416 Alleins Grundlegung,
Pflichten auszuüben, in beständiger Kraft verblei/bet; so kann dieses, ob sich schon eine Hinfälligkeitder natürlichen Stärke und Trägheit in denenGliedmaßen des Leibes befindet, und kemeswegeszur Sünde gerechnet werden, denn wir betrüben undbekümmern uns ja darüber. Jedoch hat der Leib,mehr als zu oft, einen so starken Einfluß iu das Ge-müth, daß daraus auch eine Trägheit und Faul-heit uu Gemüthe entstehet, so, daß es in Ausübungder Pflichten ganz saumselig wird; wiewohl wenndieses aus Mangel der Lebensgeister, die von leibli-cher Arbeit, von vieler Bemühung, oder von einerUnpäßlichkeit der menschlichen Gliedmaßen sind ent-kräftet morden, herkömmt, so siehet der gnädige undmitleidige Vater unsern Zustand an, und gedenket,daß wir nur Staub sind. Unser Hoherpricster,der da Mitleiden hat mit unserer Schwach-heit, Hebr. 4,15 entschuldiget uns, daß näm-lich der Geist willig, das Fleisch aber schwachsey, Match. 26,41.
2Z7.
2. Wenn unsere Klugheit in den Pflichtenund unser Unwillen gegen dieselben nurund p->rci»lis, nicht aber eine völlige und herrschendeist, so können wir noch nicht schlichen, als ob wiraußer der Gnade stünden. So lange Zwillingeund Zweyvolk in unserm Leibe sind, i.B. Mos.25,23.24. müssen sich nothwendig widerwärtigeNeigungen in uns finden. Das Fleisch will nie-mals bey einer guten Bewegung das Amen sprechen,sondern es gelüftet wider den Geist. Wenn derGeist den Menschen zum Guten antreibet, wM das