Zweyte Abtheilung. Cap. 2. 40z
ren wollen» Dieses heißt: den inwendigen Dienst,den wir Gott schuldig sind, und welcher der vor-nehmste ist, einer Creatur leisten. Ach! wie vie-le werden als erschreckliche Abgötter erfunden wer«den, die man als gute Christen zu halten pfleget;deswegen, weil sie mehr für ihr zeitlich Absehen,als für Gott und seine Ehre gesorget haben. Jaauch viele rechtschaffene Christen; ob sie schon über-haupt Gott und seine Ehre suchen, laden doch invielen besondern Handlungen eine schwere Schuldauf sich, indem sie in ihren Verrichtungen nicht wei-ter, als auf sich selbsten fthen. Ich weiß wol,daß ihr nicht aüez.'it an Gott gedenken könnet, dochwünsche ich, daß ihr niemals dasjenige, so ich euchgelehret habe, vergessen möge:, daß ihr nämlich,wenn ihr ein besonderes Werk vornehmet, an Gottgedenket und ihn zu eurem Endzweck machen mö-get. Gehet alle Abend schlafen in dem NamenGottes, und stehet alle Morgen in seinem Namenwieder auf, mit der Entschlüßung, alles in derAbsicht auf ihn und auf seine Ehre vorzunehmen.Wenn ihr eure Berufsgeschäfte antreten wollet,wenn ihr euch zu Tische setzet, wenn ihr eine Rei-se vornehmer, oder jemand zu besuchen gedenket, sothut es nicht anders, als vor den Augen des Herrnihm damit zu gefallen. Dahin möget ihr gar wol,,wenn ihr eine gehörige Sorgfalt und Wachsam-keit anwenden wollet, gelangen. Lasset ferner indenen christlichen und heiligen Handlungen Gottalles in allem seyn. Hier muß man die fleischlicheEigenheit ausschließen, denn sonst wird diese schad«liche Fliege, die gute Salbe verderben, Pred. >0,1.
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