Zweyte Abtheilung. Cap. 2. Z77
fallen, i.Cor. 7, 34. Auch dieses ist eines Men-schen Werk und Verrichtung, davon er seinen Un-terhalt bekommt. Ist jemand zu einem Lehrer inder Schule gesetzet, so ist sein Werk, daß er lehrenund die Jugend unterrichten muß. Ist einer einSoldat, so ist sein Werk zu fechten und mit demFeinde zu streiten. Meine Geliebte, wisset ihrnicht, wer euch versorget und erhalt? Und meynetihr wohl, daß Gott so mele Knechte und Dienstbo-ten hält, daß sie müßig gehen und nur auf ihre eige-ne Unternehmungen und Ergötzlichkeiten Acht ha-ben sollen ? .Gott hat einem ieden unter euch etwaszu verrichten aufgetragen, ein ieder findet seine Hän-de voll. So, und so viel findet man zu Hause,und so und so viel außer demselben zu thun ? Sound so viel habt ihr in Acht zu nehmen gegen Gott,so viel gegen euren Nächsten, und so viel gegen euchselbst, daß man keine Zeit hat, müßig zugehen.Ihr werdet demnach schwere Rechenschaft zu gebenhaben, wenn ihr sein Brod essen, und dabey seinWerk verabsäumen wollt. Gleichwie nun Gottzu gefallen unsere vornehmsteVerrichtung ist, also istauch dieses unsere höchste Glückftligkeit.
Das Wohlgefallen Gottes muß unsere größ-te Glückseligkeit seyn. Des Menschen Glückse-ligkeit bestehet in der Gnade Gottes, Ps.4, 6. wienicht weniger, daß wir den Endzweck erreichen, wo-zu wir sind geschaffen worden ! Die Weltweisenhaben immerzu diese wichtige Frage aufgeworfen,worinne der Endzweck und die Glückseligkeit eines
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