z?6 Weins Grundlegung,
Ehre deswegen haben soll, daß er so viel säen undso wenig erndten, daß er so viel ausstreuen, und sowenig sammlen soll? ^ Ist es nicht erbärmlich an-zuhören, daß die Menschen so viel vergeblich erhal-ten haben? Hast du Gesundhelt und Reichthumerhalten, und willst dieses doch nicht zum DiensteGottes anwenden; so ist dieses alles vergebens?Hast du Verstand, und wendest ihn zu nichtsanders an, als mir auf weltliche Affairen und An-schlage? Deine Vernunft und Verstand sind dirdemnach umsonst verliehen worden. O wie willstdu es verantworten, daß du so ein großes Capitalin deinen Handen gehabt, und dennoch damit sswenig gewuchcrc ? Es wäre für viele Menschen gutgewesen, wenn sie niemals einen Fuß L^inb, oder ei-ne einzige Stunde Rube gehabt , wenn sie niemalseinen menschlichen Verstand gehabt, weil sie ihr Pa-tent nicht zu Gottes Ekren, und zu dem Ende,- wozues ihnen verliefen worden, gebrauchet baben. Da6>ist auch eine? Menschen W>'rk und Verrichtung,welche sein Verstand und Fäbiakekt von ihm er-fordert» Ist ein Mensch cm Richter, so ist semWerk, daß er Recht spricht; ist er ein Dienstbo-te, so muß er seines Herrn Willen thun. MeineBrüder ! euer Stand leget sattsam an den Tag,daß euer Werk und Verrichtung sey, Gott zugefal-len. Ihr sevd seine Freunde, seine Knechte, unddeswegen müßt ihr in allen Dingen zu Gefal-len thun, Tit. 2,9. Ihr seyd seine Sohne undTöchter, und daher müsset ihr ihn verehren, Mal.Z, 6. Jkr seyd mit ihm verlobet, daher müsset ihrauch beflissen seyn, diesem eurem Bräutigam zu ge»
fallen»