Zweyte Abtheilung. Cap. 2. 573
euren Knien, sondern auch in eurem ganzen Berufund Stande. Viele ^neynen, wenn sie des Mor-gens und Abends beteten, möchten sie zu andererZeit thun, was ihnen gelüste, wenn sie des Tagesüber unmäßig, geil und ungerecht lebten, so-dürftensie sich des Abends nur wieder mit Gott aussöhnen,so wäre schon alles wieder gut. Diese machen esnicht andere, als jene Hure, deren in Sprüchwör-lern Salomonis gedacht wird. Diese bezahlteDankofcr, und war nun im Begrif neue Sündenzu begehen, nicht anders, als habe sie nun das alteKerbholz bezahlet, und dürfte nun sicherlich aufsneue anschreiben lassen.' Dieses sind nicht KinderGottes, sondern Kinder Belials. Andere stehen inden Gedanken, daß, ob sie schon dem Teufel zukeiner Zeit dienen dürften, sie dennoch, wenn sie Mor-gens und Abends Gott geben, was Gottes ist, dieübrige Zeit sich selbst dienen möchten. Allein, eureMühe ist vergebens, da ihr einen Antheil an Gottzu haben suchet, wenn ihr mehr ench selbst, alsGott dem Herrn'leben wollet. Es wird diesesfür einen erfchröcklichen Kirchenraub geachtet wer-den, wenn ihr Gott alles bis auf den Zehenden zuentziehen gedenket. Wir müssen in allem unsernThun auf Gott sehen, und ihm dienen, und diesesists, darauf ich ziele, nämlich daß wir uns nichtGott, und auch zugleich der Welt widmen sollen ;daß wir nicht ihm zu dienen suchen, und auch zu-Mleich uns zum Zweck erwählen, und also Gottnur mit einem halben Dienst abweisen, sondern daßwir alles aus einem gehorsamen Herzen gegen ihnthun, und also ganzlich dem Herrn angehören mö,
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