Zweyte Abtheilung. Cap. i. 541
nur auf die Belohnungen sehen? Könnet ihrwohl mit David sagen: Ich habe erwähletdeine Befehle? Treft ihr diese Wahl freywillig?Wollt'ihr lieber heilig alsunheilig leben, wenn euchdie Wahl gelassen werden sollte? Haltet ihr fürbesser Gottes Diener zu seyn, und nach seinen Ge-boten zu leben, als nach euren Lüsten zu leben?Haltet ihr die Gebote Christi für euer Erbe, odersehet ihr sie vielmehr an als eine Sclaverey? Er-wählet ihr euch nicht nur den Lohn der Gerechtig-keit/sondern auch die Wege derselben? Sind dieGebote Gottes euer Vergnügen, und sind das dieangenehmsten Stunden in euren Leben, die ihr aufGott verwendet? Erfreuet ihr euch über nichts mehr,als wenn ihr Gottes Freundlichkeit schmecket? Istdas euer größtes Labsal, wenn ihr ihm dienet, unddas euere beste Speise und Trank, daß ihr seinenWillen thut ? Ich. 4,34. (Es sey denn, daß ihrnicht euer selbst wäret, zur Zeit der Versuchung,oder, wenn euch Gott verläßt.) Uebet ihr etwa dieChristenpflichten aus, wie sich die Leute der Arz-ney bedienen, wenn es nämlich übel um sie stehet,damit sie dadurch eine Linderung haben mögen?Wenn das Gewissen auf euch zuschläget, und dieAnfechtungen euch zu Herzen gehen, damit ihr die-se Schreckbilder erlegen möget. Oder Gottdamitzu versöhnen, daß er euch nicht schaden möge?Oder aber gebraucht ihr euch derselben wie das täg-liche Bcod, gleich als einen Stab eures Lebens,und als die Mittel, dadurch ihr könnet zu einemgemächlichen Leben gelangen?
V Z 5. lyl.