Zweyte Abtheilung. Cap. i. zzy
andere die Tafeln des göttlichen Gescyes zer-theilen, dieselbe in Ausübung eures Christen,thums angenehm zu vereinbaren? Ein Heuch-ler kann wohl gerecht und aufrichtig sich gegen seinenNächsten erweisen, allein, folget ihm nach in ftineBehausung, in sein Betkämmerlein, da werdet ihrwenig Gottseligkeit an ihm finden; Hier wird bey-des sein Hausgesinde und seine Seele verabsäumet.Oder: es kann auch wohl seyn, daß er sich in denGeboten der ersten Tafel sehr eiferig erweiset, al,lein, man wird so dann befinden,'daß er in den Ge-boten der andern Tafel saumselig ist. Er sen-det viele und lange Gebete vor, und macht sichdoch kein Gewtfsen der Wittwen Häuser zufressen. Er will für sonderbar fromm und heiligangesehen seyn, lässet aber unterdessen das Gerich-te, die Barmherzigkeit und den Glauben dahinten,Matth. 2z, 14.2z. Ein rechtschaffener Christ fas-set dagegen alles zusammen. Er sorget nicht tve-niger, daß er gerecht mit dem Menschen verfahren,als daß er das erste und vornehmste StückderGe-rechtigkeit nicht verabsäumen möge, so darinnen be-stehet, daß wir Gott geben, was Gortes ist.Er thut die Gerechtigkeit, er liebet die Barmher-zigkeit, bey diesen allen aber wandelt er in « er De-muth vor Gott. Er handelt züchtig gege sichselbst, gerecht gegen seinen Nächsten gott-selig gegen seine»? Schöpfer, Tit. 2, r?. Er istnicht von denenienigen, die nur so lange auf ihrenKnien liegen, fromm sind, sondern man wird fin-den, daß er an allen Orten und in allen Stückensich gewissenhaft bezeiget. Ihr werdet an fei-Thätiges Christench. V Nem