Erste Abtheilung. Cap. 9. 295
entschließen: Ich will treulich wandeln in mei-nem Hallse! Lasset mich folgende wenige und allge-meine Pflichten annoch einschärfen. Lasset dasChristenthum in euern Hausern kein Nebenwerk,(so, daß ihr dieses als einen Zeitvertreib ansehenwollet, wenn die Welt euch dieses erlauben will,)sondern vielmehr eure beständige Verrichtung seyn.Lasset euer Hausgesinde taglich so miteinander be-ten, wie sie mit einander essen. Ist wohl jemandvon euern Leuten, der sich nicht sollte Zeit zum Es-sen nehmen. O elender Mensch! Kannst du dirZeit zum Essen, nicht aber zum Beten neh-men? Präget dieses feste in euer Herz, dch ihrverbunden seyd für die Seelen eures Hausgesin-des zu sorgen. Sie sind euch anvertrauet, undso sie durch eure Berabsaumung verlohren gehen,wird es von euren Händen gefordert werden. MeineGeliebte, thut ihr dieses nicht; so sollt ihr wissen, daßdie anbesohlne Seelensorge ein sehr wichtig Werk,und wenn man Seelen verwahrloset, eine schwereSchuld sey. O Mensch! sind dir Seelen an-vertrauet, dafür du Rechenschaft zu geben hast,und du trägst dennoch keine Sorge, daß ihr Blutnicht möge an deinen Kleidern erfunden werden?Willst du dich nicht mehr wegen einer unsterbli-chen Seele bekümmern, als du dich wegen deinerunvernünftigen Thiere, die da verderben und um.kommen müssen, zu bekümmern pflegest? Wiesorgst du wohl für deine Kinder und Gesinde. 'Duversorgest sie mit Essen und Trinken, so wie es ih-nen zuträglich ist, und sorgest du nicht ebensalsT 4 auf