Erste Abtheilung. Cap. /. 229
mm einzigen Wegweiser. Ich entsage meinem ei^genenWillen, maßen hinführo dei» Wille mein be-ständig Gesetz seyn solle.
Weil du mir auch wissen lassen, daß, wennich herrschen soll, ich leiden müsse, so mache ich an-ietzo einen Bund mit dir, memLooß mit dir zu neh«men, so, wie es fallen wird, und durch deine Gna-den alle Gefahr zu wagen, in der festen Zuversicht,daß weder Tod noch Leben mich und dich scheidenwerden.
Nachdem es dir auch gefallen hat, mir deineheiligen Gebote zu einer Reg^l meines Lebens, undzu einem Wege, auf welchem ich zu deinem Reichewandern soil, zu geben, so gebe ich von Herzen mei-nen Nacken unter dein Joch, und lege meine Schul-ter unter deine Last. Ich unterzeichne alle deineGesetze, als heilig, gerecht und gut; so nehme ichsie auch ftyerlich an, als eine Regel meiner Worte,meiner Gedanken und meiner Werke, mit dem Ver-sprechen, daß, obgleich meinFleisch gerne widerspre-chen und rebelliren will, ich mich doch bemühen werde,mein ganzes Leben, nach deiner Anweisung einzurich-ten und zu führen. Ich will keine einzige Sacheverabsäumen, von der ich weiß, daß sie meine Pflichtund Schuldigkeit sey.
Ob ich nun gleich wegen der Schwachheit mei«nes Fleisches vielen Fehlem unterworfen bin, so be-zeuge ich doch in Untertänigkeit, daß meine Fehler,weiche ich selbst mißbillige, und die der Neigungund dem festen Vorsatze meines Herzens zuwidersind, diesen Bund nicht aufheben und ungültig ma-chen sollen; denn dieses hast du selbst zugesagt.
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