Erste Abtheilung. Cap. 7- 211
annehmen willst. Willst du wol, daß der gnädi-ge und barmherzige Gott, der die Sünde oergiebt,dein Gott seyn soll? ach ia, spricht der Sünder,denn sonst ists mit mir verlohren Z Allein, Gottverkündiget dir ferner, daß er ein heiliger Gott sey,und der die Sünde hasse. Soll ich dich erkennenfür einen meines Volks, so mußt du heilig seyn,heilig im Herzen, heilig im Leben, 1 Perr. i, 16.Du mußt allen deinen Missethaten entsagen, sie mö.gen dir auch noch so lieb und werth seyn, sie mögendir auch noch so unvermeidlich und nöthig, für deinfleischliches Interesse scheinen, wenn du nicht derSünde Trotz bieten willst, kann ich nicht deinGollseyn. Fege den alten Sauerteig aus: Thuedeiu böses XVesen von meinen Augen. Laß abvom Vösen, lerne Gutes thun, sonst kann ichkeine Gemeinschaft mit dir haben. Bringe hermeine Feinde, sonst kann ich keinen Frieden mit dirhaben. Antwortet hierauf dein Herz: Herr ichverlange dich auf solche Art zu einem Gott zu ha-ben. Ich wünsche heilig zu seyn, wie du heiligbist, und daß ich deiner Heiligkeit möge theilhaftigwerden. Ich liebe dich nicht nur, weil du gutund gnädig, sondern auch, weil du ein heiliger Gottund ein reines Wesen bist. Ich halre deine Hei-ligkeit für meine Glückseligkeit. Ach sey du mirein Brunn der Heiligkeit und drücke micb in dasBildnis derselben. Ich will zur Dankbarkeit aufdeinen Befehl von allen meinen Sünden lassen.Ich will alsbald meinen vorschlichen Sünden ent-sagen , und was meine Schwachheiten anbelan,zet, davon ich mich nicht lcß machen und befreyen
O » kann,