Erste Abtheilung. Cap. 7. 139
ist vorgetragen worden,nämlich euch dahinzubrin-gen, daß ihr euch zu verändern anfangen, und dieMittel, welche Gott zu eurer Bekehrung euch dar-beut, ergreifen möget.
Ich wollte euch gerne nicht beunruhigen, nocheuch vor der Zeit mit Betrachtung eures ewigenElendes quälen, wenn es nicht geschähe, daß ihrder Gefahr entfliehen solltet. Wenn ihr unterdem gegenwärtigen Elend ganz und gar ohne alleHülfe und Befreyung' eingeschlossen, und verwah-ret wäret, so hättet ihr dieses für eine Wohlthatanzusehen, wenn man euch mit Frieden ließe, da-mit ihr das wenige und schlechte Glück, dessen ihr all-hier bey dieser Welt noch fähig seyd, annoch genießenmöchtet; so aber könnet ihr doch noch glücklich seyn,daferne ihr nur nicht mit Fleiß die Mittel eurerWiedergenesung verwerfen wollet. Sehet,ich hal-te euch die Thüre offen, stehet auf, und nehmet dieFlucht. Ich halte dir vor den weg- des Le-bens, wandele darinne, so wirst du leben undnicht sterben. Es schmerzet mich, wenn ich dar-, an gedenke, daß ihr euch selbst todten, und euch in Ge-fahr stürzen wollt, da euch Gott und Menschen zu-rufen, wie Petrus, bey einer andern Gelegenheit,seinem Meister: Schone dein selbst.
§. 105.
Eine vornehme Dame, die am SpanischenHofe in Diensten stand, als sie von dem König wargeschändet worden , reizte den Herzoa ihren Va-ter dergestalt zur Rache, daß er die Mohren, ihmwider den König beyzustehen, ins Land rufie, danun diese des Herzogs Verlangen erfüllet, und das
Lany