182 Alleins Grundlegung,
unvernünftiges Thier achtest, welches umkommenund verderben muß? Bist du ganz und gar zu Fleischeworden, daß dir nichts gefällt, als was deinen Sin«nen angenehm ist, und daß du für nichts alo fürdes Fleischeslust zu sorgen pflegest? Oder aber, dadu Vernunft hast, daß du verstehest, wie es künftigin Ewigkeit mit dir beschaffen seyn werde, so haltestdu doch dieses geringe, daß du dich ewig in einemelenden Zustande befinden sollst ? dieses macht, daßdu noch weit schlimmer bist, als ein unvernünfti-ges Vieh? gleichwie es noch weit schlimmer ist» -wider die Vernunft zu handeln, als ohne dieselbe et,was zu thun. O unglückselige ^eele! du wärestdie Ehre unter den Menschen, eine Gesellin der En-gel, und das Bild Gottes; du wärest gleich als einGott in der Welt, du hattest die Oberherrschaft un»ter den Crealmen, und das Regiment über die Wer«ke deines Schöpfers. Bist du nun einSklav dei-ner Sinnen, und ein Diener eines so geringen undschlechten Götzenbildes, wie dein Bauch ist, worden,und dieses um deiner andern und großem Glückse-ligkeit willen, als daß du dich mit dem Wmde^und Beyfalk der Menschen füllen, und ein wenigkostbare Erde zusammen Haufen Mochtest, die sichso wenig für deine geistliche und unsterbliche Seeleals Koch und dürres Holz schicken will ? Ach be-denkest du denn nicht, wo du ewig bleiben sollst ?Der Tod ist nahe, und der Richter stehet vorder Thür. Es wird noch eine kleine und da»-nach keine?eit mehr seyn. Willst du so verdien»de't in einem solchen Zustande Gefahr lausen, in wel-