Erste Abtheilung. Cap. 6. 1458» 8 2»
Allein ich sehe, daß, da ich letzt 'vom Landestoßen will, mich auf dem Sande befinde. Wel-che Zunge vermag wohl denen, deren Theil ist indein Pfuhl, der mit Feuer und Schwefel bren-net, ihr Elend sattsam vorzustellen: es müßte denn'die sunge des reichen Mannes in der Hölleseyn? Wo ist ein so fertiger Schreiber, dessen Fe-der das Elend dererienigen beschreiben kann, dieohne Gott allhier in dieser Welt sind? Eskann dieses nicht völlig geschehen, es wäre denn, daßwir die uNermäßliche Seeligkeit und Vollkommen-heit, die in Gott ist, und die kein sündiger Menschbegreifen kann, erkennen könnten. N?er glau-bets aber, spricht Moses, daß du so sehr zür-nest: Wie sollich den Menschen sagen, was ichnicht weiß?
Inzwischen wissen wir doch so viel, als schongenug seyn kann; das Herz desienigen, der nur dengeringsten Grad eines geistlichen Lebens und derEmpfindlichkeit besitzet, zitternd und bebend zu ma-chen. Allein dieses ist noch eine weit größereSchwürigkeit, daß ich zu solchen Leuten rede, dieohne Empfindung sind. Das ist leyder! das größ-te Elend eines Menschen, daß er todt in Uebertre-tung und Sünde ist> Könnte ich gleich einen sol-chen Menschen das Paradieß oder das Himmel-reich zeigen, wie etwa ehemals der Versucher dieReiche der Welt und ihre Herrlichkeit unserm Hei-lande zeigte: Oder wäre ich auch vermögend dieTiefe zu eröfnen,also daß ich den verschlingenden Ab-grund Tophet mit allen seinen Schrecken darstel-Thäciges Lhristench. K leN/