Erste Abtheilung. Cap. 5. 125
befindet, verdammlich sey? Ich mag wol zu euchsa^en, wieGott zu jenem : lvie darfst du sagen 5Ich bin nicht unrein ? Siehe an, wie du estreibest imThaal. nnd bedenke, wie du es aus-gerichtet hast. Mein Freund, weiß denn deinGewissen nichts von deinen betrügerischen Tücken,von deinem tollen Wcsen, so du daheim auszuübenpflegest, und von deinen Lügen und Trügen? Sindnicht deine Freunde, dein Hausgesinde, deine Nach-barn Zeugen, wie lüderlich du den Gottesdienst ver-absäumest, wie gewinnsüchtig alle deine Handlun-gen, und wie neidisch und boßhaft du dich zu bezei-gen pflegest? Sollte man nicht mit Fingern aufdich weisen, wenn man dich gehen siehet, und sagen:Hier gehet ein Spieler und Verschwender; ein ver-soffener Nabal, und der sich in lüderlicher Gesell-schaft herumwalzet, ein Spotler und Verläumder,ein Erzbösewicht ? Meine Geliebte, Gott hat die-ses gleich als mit Sonnenstralen in ein Buch ge-schrieben, wornach ihr sollt gerichtet werden, daßsich nämlich dergleichen Flecken an seinen Kindernnicht finden, und daß kein solcher (es sey denn, daßer durch die bekehrende Gnade Gottes ganz geän-dert worden) der höllischen Verdammniß entfliehensoll. Ach, daß ihr doch, ihr Sünder, von alleneuren Uebertretungen abzustehen, euch wolltet über-reden lassen, denn sonsten würde eure Boßheit euchohnfehlbar ins Verderben stürzen. O ihr armenverhärteten Sünder, soll ich euch doch endlich lassen,so, wie ihr wäret? Soll ich den Säufer auf derBierbank, den Unzüchtigen bey seinen lüderlichenPossen, den Boßhaftigen bey seinem Groll und
Feind-