ii6 Alleins Grundlegung,
weisen, wollen mir aber doch nicht ^chor^en, Siekommen Haufenweise zusammen, das Wort Got-tes zu hören, setzen sich vor mir nieder, als ob sieGottes Volk wären, und hören meine Worte an,verlangen aber kemesweges nach solchen zu thun.Sie schätzen die Prediger hoch, sievertkeidigm die-selben, und ich bin ihnen, wie der Gesang einesMenschen, der eine schöne Stimme hat, dennochaber vermag ichs nicht dahin zu bringen, daß siesich unter Christi Joch begäben. Sie lieben michund sagen, daß sie alles für mich thun wollten, unddennoch kann ich nicht, wenn es auch mein Lebenkosten sollte, sie so weit überreden, daß sie ihre Sün-den verließen, von ihrer bösen Gesellschaft abstün-den, der Unmäßigkeit entsagten, und vor unrecht-mäßigem Gewinn.einen Abscheu trügen. Ich kannnicht so glücklich werden, daß sie Christliche Ue-bungen in ihren Häusern und in ihrem Kämmer-lein anstellten, ob sie mir es schon versprechen, wiejener freche Sohn, der da sagte: Herr, ich willhingehen, und ging nicht. Ich bin nicht ver-mögend sie zu überreden , daß sie die Grundregelndes Christenthums lemeten, da sie doch, wofernsie dieses nicht thun, vergehen sollen, ehe sie esgewahr werden. Ich sage ihnen von ihremElende vor, sie bleiben aber dabey, daß es gar gutum sie stehe. Wenn ich ihnen umständlich zeige,und sage, wie ich befürchte, daß wegen dieser undjener Ursache ihr Zustand gar sehr gefährlich sey,pflegen sie mich für einen tadelsuchtigen Mann zuhalten, und wenn ich sie in Gegenwart ein wenigerwecket habe, so werden sie also bald vom Satan
wie-