Erste Abtheilung. Cap. 4. 105
hiermit seine Allmacht bestehen ? oder er müßte sei.nes Vaters Willen ändern, wie konnte aber so.dann Gottes unveränderliches Niesen unver-ändert bleib-m? Willst du nun noch nicht, duSünder, deine falsche Hofnung fahren lassen, da duin dicsem deinem Zustande selig zu werden vermey-nest? Dort sagte Bildad: Meyne st du, daß umdeinetwillen die Erde verlassen, nnd der8elßvon seinem Orte verseyet werde? Und magich nicht mit noch mehrerm Rechte zu dir sagen:Sollen die Gebote Gottes deinetwegen aufgeho-ben werden? Sollen die ewigen Grundfeste dei-netwegen zu trümmern gehen? Soll Christusdas allsehende Auge seines Vaters ausreisten, oderden Arm seiner unendlichen Gew.ilt verkürzen.?Soll die göttliche Gerechtigkeit deinetwegen ge-schändet, oder der Gl >nz der Ekre seiner Heiligkeitverlästert werden? O der Unmöglichkeit, Unge-reimtheit und Gotteslästerung, die sich in dieserdeiner falschen Hofnung und Zuversicht befin-det! Wenn du dir einbildest, daß dich Chri-stus in diesem deinem Zustande selig machen will,so machst du deinen Heiland zum Sünder undbeleidigest die unendliche Maiestät Gottes mehrals alle ruchlose Sünder in der Welt, oderauch die Teufel in der Hölle selbst, dieselbejemals beleidiget haben, oder beleidigen können.Willst du diejem allen ohngeachtet deine Hofnung,die mit lauter Gotteslästerungen erfüllet ist, nichtfahren lassen.
G5 §. 55.