Erste Abtheilung. Cap. 4. 97
werden sollten. Hierauf wisse, daß dieses 7) keineHosnung auf Christum, sondern daß vielmehr die-se ihm ganj zuwider sey. Sich Hofmmg ma-chen, das Reich Gottes ohne die Wiedergeburt zusehe», oder das ewige Leben auf dem breiten We-ge zu finden, ist nichts anders, als wollte man hof-fen, daß sich Christus als ein falscher Prophet dar-stellen werde. David spricht: Ich hoffe aufdem U)ort, Ps. l 19, 81. Die Hofnung derGottlosen aber ist dem Worte Gottes zuwider.Weift mir ein einziges Wort Christi, welchesdeiner Hofnung zu statten kommen könne, daß erdich nämlich in duner Unwissenheit, in deiner lü-derlichen Verabfaumung des Gottesdiensts seligmachen wolle, so will ich so denn deine Hofnunq undZuversicht unangefochten lassen. 2) Gott selbstverwirft «diese Hofnung und verabscheuet die-selbe. Diejenigen, die Gott bey dem ProphetenMicha verwirft, waren solche, die immer in ihrenSünden fortgiengen ; dennoch verließen sie sich,wie der Text saget, auf den Herrn. Gott kannnicht leiden, wenn die Menschen aus ihm gleichsameine Stütze der Sünde machen wollen. Er ver-warf iene vermessene Sünder nicht anders, als einMensch die Dornsträucher, die sich an sein Klu'danhangen wollen, von sich zu werfen pfleget, dieda immer in ihren Mißhandlungen fortfuhren, unddennoch auf den Gott Israelis noch trotzen woll-ten. Wenn deine Hofnung was werth ist,wird sie dich reinigen von deinen Sünden,1 Ich. z, z. Verstucht ist dicienige Hvfnung,die dem Menschen in seinen Sünden schmeichelt.Thätiges Christench. G Will