Erste Abtheilung. Cap. 4. 85
mor ohne Werkzeuge beHauen, ohne Farben undPinsel malen, und ohne Baumaterialien einHaus bauen kann; eben so wenig kann ein Menschohne die Gnadengaben des Geistes, Gott einen an-genehmen Dienst leisten, als welche so wohl dieMaterialien als Instrumente sind. Allmosengeben ist kein Dienst Gottes, sondern ein Diensteitler Ehre, daserne sie nicht durch die Hand derLiebe ausgetheilet werden. Was ist das Gebetder Lippen, ohne die Gnade und Güte im Herzen,anders, als ein bloßes Gerippe, das ohne Lebenist? Was ist alle unser Beichten, wenn es nicktUebungen einer göttlichen Traurigkeit und unge-heuchelten Busse sind? Was unser Beten, dasernees nicht durch ein heiliges Verlangen und Glau-ben an die göttlichen Eigenschaften und Verheis-sungen belebet wird. Was ist unser Loben undDanken, wenn es nicht aus Liebe zu Gott, au5einer heiligen Dankbarkeit und der Empfindung dergöttlichen Gnade im Herzen geflossen ist? So we-nig man demnach von denen Bäumen gewartigseyn kann, daß sie reden werden, oder von denenunvernünftigen Thieren, daß sie vernünftig schlüßensollten; oder daß ein Todter sich bewegen werde;eben so wenig kann man auch von einem Unbekehr«ten hoffen, daß Gott einen angenehmen Dienstwerde leisten können. VOenn der Baum böse,wie kann wohl die Frucht gut seyn,Mattl).7,i S.
§. 47.
2. Zum andern erwählest du dir einen sol-chen Zweck, wetchcrrechr schändlich ist. iAnUn.bekehrter ist ein Vehältmßmiret'ner Vögel.EinF z Grab