78 Alleins Grundlegung^
Bedenken machest; daß du diese oder iene Pflichtunterlassest, darüber du dich wenig zu bekümmernpflegest? Führt dich dein Gewissen nicht in deinKämmerlem, und halt es dir nicht vor, wie seltendu allda zu Gott betest, und deineAndacht allhierverrichtest? Führt es dich nicht unter deine Kinder undGesinde, und saget dir, was dir in Ansehen dieseroblieget, und wie die Seelen derselben im Christen-thum verabsäumet worden? Führt dich dasselbenicht in deine Gewölbe, Laden und Werkstatt/und zeiget dir so manche Ungerechtigkeit die alldaverübet wird? Führt es dich nicht in die Bier, undWeinschenken, und prediget dir vor von der losenGesellschaft, in welcher du dich allda befindest, vonder kostbaren Zeit, die du allhier verderbest, vonden edlen Gaben, die du von Gott empfangen hast,welche du gleichsam allhier ins Cloack schmeissest,«nd von dem Spielen, Fressen und Saufen zc.?Führet es dich nicht in dein geheimes Kämmerleksund giebt dir allda einen heimlichen Verweiß? Odu schlafendes Gewissen, komme deiner obliegendenPflicht nach.Jch befehle dir im Namens des leben-digen Gottes, daß du dein Amt thun und ausrichtenmögest. Lege Hand an diesen Sünder, gehe aufihn loß, hatt ihn an, ergreife ihn, und hilf ihmaus dem Selbstbetrugs, darein er sich verwickelthat. Willst du ihm schmeicheln und liebkosen,daer noch in seinen Sünden lebet! Wachs auf, duträges Gewissen, was meynest du wohl, duSchläfer? Findet sich kein Verweiß und Bestra-fung in deinem Munde? Was? soll diese Seelein der sorglosen Versäuniung Gottes, und der