58 Alleins Grundlegung,
Gesch. s, z. Kaum hatte ihm der Satan eine un«keusche Weibcsperson gezeiget, so war er schon ent-zündet. Satan vermochte bey ihm mehr auszu-'richten, als Gott. Wenn Satan sagte: Weg mitden Pflichten, die man zu Hause unter seinen Kin»dern und Gesinde in acht nehmen will, so wurden siehernach selten gnug ausgeübet. Wenn Satan sag-te : Warum will man aber so vorsichtig und gewis-senhaft leben ? So sahe man den Sünder weit ge-nug von einem solchen gewissenhaften Wandel ent-fernet. Wenn Satan sagte: Es sey nicht nöthig,die Pflichten der Gottseligkeit in seinem Kammer-lein und in geheim in acht zu nehmen, so ging ervon einemTage zum andern, und pflegte dergleichenselten oder gar nicht auszuüben. Allein nunmehrro, da er bekehret ist, dienet er einem andern Herrn,und will nicht mehr, wie vormals, in dasselbe wü-ste und unordige ZVesen laufen. Er richtet seinenGang nach gottlichem Wink- Satan bemüht sichwohl bisweilen, wie er ihn ins Netze bringen mö-ge ; Allein der Sünder will sich nicht mehr so wil-lig, wie vormals, fangen lassen. Er wacht gegendie Fallstricke und Lockungen des Satans, und istbesorgt, wie er hinter seine listige Anschläge kommenmöge. Er ist recht anvöhnisch wegen seiner bösenTücke, und recht mißtrauisch in alle dem, was ihmmir vorkömmt, ob nicht etwa Satan darunter et-was wider ihn im Sinn haben möchte. Er strei-tet wider Fürsten und Gewaltige, Ephes. 6, 12.Er begegnet den Boten des Satans, wie die Men»sehen dem Boten des Todes zu begegnen pflegen.Er siehet stets auf seinen Feind, und ist nüchtern und
wach-