Erste Abcheilung. Cap.s.' 2z
bin versichert, daß derienige, der euch solche beneh-men will, sich gar vieler Arbeit unterziehet, die euchnothwendig mißfallen muß ; wie ich denn auchselbsren keinen Gefallen daran habe. Ich gehedemnach an dieses Werk nicht anders als ein Mund-arzt, wenn er von dem Leibe seines geliebten Freun-des ein verdorbenes Glied ablösen soll. Es kannnicht anders seyn, er muß die Operation mit ei-nem bangen und wehmüthigem Herzen, mit einemmitleidigen Auge und einer zitternden Hand ver-richten. Alleine vernehmet nun recht, meine Brü-der, was ich eigentlich zu thun Willens sey. Ichwill ein baufälliges Haus, welches sonst plötzlicheinfallen, und euch unter den Trümmern vergra-ben wird,niederreissen, zu dem Ende, damit ich. einschönes, starkes und festes Gebäude wiederum er-bauen möge. Eines gottlosen Menschen Hof-nung soll verlohren gehen, wenn bestehen soll,was Sprüchw. 11,7. gesaget wird. Und wärees mcht besser, dn Sünder, wenn du dich das WortGottes in Zeiten bewegen und deine betrüglicheHofnung fahren ließest, als daß du erst auf demSterbebette klug werden willst, da du in der Höl-le seyn kannst, ehe du dich dessen verstehest? Ichwürde ein Mietling und kein treuer Hirte seyn,wenn ich euch bergen wollte, daß ihr noch in euernSündenschlamme euch noch befindet, die ihr eureHofnung auf keinen festen Grund gebauet, als die-jenigen, deren wir anietzo gedacht haben. Lasseteuer Gewissen reden, was habet ihr wohl vorzu-wenden? vielleicht das, daß ihr Christi Liebereytraget? daß ihr euch nach Christo nennet? daß ihrB 4 euch