des Aulodis. 65
aete zum Vorschein kam, bat dieser redliche MannGott Tag und Nacht, ihn unter den vorwaltendenbedenklichen Umstanden so zu regieren, damit erweder die Gelegenheit, an den Seelen der Men-schen zu arbeiten, verlieren, noch auch dahin ge-bracht werden möchte, solches mit einem geängste-ten Geiste zu thun. Er war auch im Anfang dabeyso ruhig, daßviele glaubten, er werde sichderVor«schrist derselben gemäß bezeigen; wie er denn öfterszu sagen pflegte, daß er um geringer und zweifelhaf-ter Dinge willen, seine Hauptsache nicht wolltefahren lassen. Da er aber sahe, daß die Verstos-sung der Diener des Evangelii sie nicht schlechter-dings außer Stand setzete, das Evangelium zu pre-digen; so fassete er die Entschließung, das öffentli-che Amt niederzulegen, dagegen aber in den Häu-sern zu lehren und sonderlich die Jugend zu unter-richten. Gott legete auch auf seine Bemühungeneinen merklichen Segen; und wenn das Volk er-fuhr, in welchem Hause er lchrete, so stellete es sichHaufenweise ein, sowol bey Tage, als auch in derNacht. Er gieng zuweilen auch auf die Dörfer,die von ibren Predigern waren verlassen worden,seit dem der Bartholomaustag ihnen ihr Amt auf-gekündiget hatte; und man mußce es zum PreißeGottes bekennen, daß durch seinen Dienst viele zurBuße erwecket, viele aber auch in der Gnade mehrbefestiget wurden. Eben dadurch aber wurdendiejenigen destomehr wider ihn aufgebracht, diefiscalisch gegen diejenigen zu verfahren beordert wa»ren, die heimliche Zusammenkünfte hielten, alswelche Lvnvenricula damals eine sehr eckelhafte Gesstatt bekamen, und einen Befehl nach sich zogen,
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