56 Leben, Charakter und Amtsführung
„Ferner müssen wir in der Unterredung mit„den Erwachsenen blicken lassen
c) „Christliche Geduld, maßen wir gegen je-dermann gelinde und leutselig seyn und diejenigen^„in Sanftmuth unterweisen sollen, die sich uns zu„widersetzen pflegen. Wir sollen mit ihrer Dumm-heit, Thorheit und UnHöflichkeit Geduld haben und„warten, bis sie sich bessern werden.
„ Wir sollen ferner beobachten
<!) „Gewissenhaftigkeit, also, daß wir nie«„mand Anlaß zu einem Aergerniß geben, auf daß„unser Amt und Dienst nicht möge gelästert wer-„den.
e) „Einen Eifer, wie Apollo, dergestalt, daß„wir im Geiste inbrünstig und steißig seyn, alles das-jenige, was den Herrn angehet, zu lehren.
f) „Treue und Aufrichtigkeit, daß wir nicht„ihre Seelen und unser: zugleich in die Hölle fahren„lassen, weil wir nicht getreulich mit ihnen gehan,„delt haben. Es ist n.cht genug, daß wir ihnen In„Zenere und ingemein sagen, es werde kein Trun-kenbold u. s. w. das Reich Gottes ererben; son-dern wir müssen auch zu einem jeden insonderheit„sagen: Euer unordentliches Leben, euere Unwissen-heit u. f. w. macht, daß ich befürchte, wie ihr noch„nicht wahrhaftig bekehret seyd.
Z) „Ernsthaftigkeit, so, daß wir in der Kraft„und Beweisung des Geistes mit ihnen verfahren.
K) „Demuth und Niedrigkeit, nicht, als ob„wir über dieses Volk herrschen wollten, sondern daß«wir uns willfährig erweisen gegen diejenigen, so von
niedri-