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mischte sich kein Stolz, kein Eigensinn noch Tadei-sucht. Er suchte von seinen Brüdern eine gute Mey-nung zu unterhalten, so lange es möglich war. Sei-ne Liebe glaubte alles, was zu glauben war, und hof-fere alles, was zu hoffen war. Oder wenn er aucheine Handlung offenbar verdammen mußte, so er-streckte sich doch sein Urtheil nie über den ganzen Zu--stand desjenigen, der gesündiget hatte. Seine Er-kenntniß in streitigen' theologischen Materien warnicht seichte; und die Gründe, deren er sich bediente,führten allemal ein besonderes Gewicht mit sich»Wenn es aber bloß auf Meynungen ankam, so leg-te er den Gründen derselben nie mehr Starke bey,als sie Verdiensten. Er billigte nie das Verhaltenderer, die um bloßer Vorurtheile willen andern ih-re Gemeinschaft versagten, ja oft so weit giengen,daß sie ihnen nicht einmal Rede gestehen wollten»Wer sonst gesund im Glauben war, und sich in derwahren Heiligung üdere, der hatte einen wahre«Freund an ihm, er mochte sich übrigens zu denCon-formisten oderNonconformisten bekennen. S-.'insAultsgeschätte wurden ihm übrigens gar leicht.Sein schonerVerstand, seine scharfe Beiirtheilungs-kraft, j.in glückliche und getreues Gedächtniß, sei-ne stießende Wohlre'üenheit, am allermeisten abersem geheiligtes Herz, gab lhm einen Vorrath nachdem andern an die Hand, seinen Zuhörern lehrreichund erbaulich zu seyn. B-'y diesen schönen Eiqu^schaften schwatzte er nicht in e-nem selbstgemachtenSlffect, sondern er redete wahre und vernünftigeWorte. Sein ganzes Herz war gleichsam einBrief, geschrieben nicht mitDinte, sondern mildem
Geists