des Autoris. 27
deö zeitlichen Lebens, die er selbst hatte/ war er oftfreygebiger/als es das Maas derselben gestattete.Und es war ihm eine Freude, wenn er ihnen nureine thälige Hülfe erwiesen, sollte es auch mit eige-ner Beschwerung geschehen seyn.
§. IZ.
Die Liebe, Demuth und Bescheidenheit re-gicreten seinen Wandel gegen andere überhaupt;besonders aber in den stürmischen Zeiten, in welchesein kurzer Lebenslauf einschlug. SeineHauptre-gul war, von niemand was Böses zu reden, amallerwenigsten von denen, deren Stand und Wür-den er Ehrerbietung schuldig war. Wenn sein Ur-theil dann und wann von einer Predigt erfordertwurde, die er mit angehöret hatte., oder auch vondiesem und jenem Prediger, er mochte nun ein Con-formist oder Nonconformist seyn; so fand er beyallerGeringschatzigkeit und Schwachheit doch immernoch etwas Gutes, und war geneigt zu glauben, daßdie Person aufrichtig, und die Predigt wohlgemeyntgewesen. Er hütete sich vor der Gabe der Prüfung,deren sich viele Menschen vor der Zeit anmaßen, nochmehr aber vor der Sucht, andere lieblos zu beur-theilen und zu verdammen, bevor sich alle Umstän-de, die zur Abfassung eines widrigen Urtheils gehö-ren, gehörig auseinander gewickelt. Von diesergroßen Mäßigung hatte er selbst in seinem Lebenallerhand angenehme Früchte einzuerndten. Dieallermeisten redeten wieder Gutes von ihm ; undweil er einen kundbar guten Wandel sührere,so konnte auch ein Simei und Rabsake nicht leichteine Oesnung finden, ihn stürmend zu überfallen.