Druckschrift 
Joseph Alleins, weil. Predigers zu Taunton ... in England, Grundlegung zum thätigen Christenthum
Entstehung
Seite
16
Einzelbild herunterladen
 

16 Leben, Charakter und Amtsführung

die er in ihrem Dienste zugebracht. Dieser Fleißwar auch seinen Mitschülern dergestalt bekannt, daßsie seinen Namen gemeiniglich mit den Worten um-schrieben: l'be l.aci, rksr >vi!I nnr play; der Bursch,der nicht spielen und den Zeitvertreib mitmachenwill: Das war so viel als Joseph Allein. In- fzwischen machte ihn dieser Fleiß weder abgeschmacktnoch unhöflich: vielmehr begegnete er allen auf dieleutseligste Art. So bald aber ihr Umgang aufeine Zersplitterung der unschätzbaren Zeit hinaus-laufen wollte; so gab er ihnen auch seine Unzufrie-denheit zu erkennen, und wenn sie darüber murreten,so ertrug er ihren Unwillen mit einer großmüthigenGelassenheit. Er hegte dabey die vernünftige Ne-gul: Es ist besser, daß andere sich über deineUnbescheidenheit beschweren, als daß du deine >Zeit verlierest. Sehr selten wurde er des Mor- /gens um vier Uhr noch im Bette angetroffen, ohn-erachtet er sich selten vor Mitternacht zurRuhe lege-te. Drey bis vier Stunden Schlaf waren hinläng-lich, ihn in seiner vorigen Munterkeit wieder herzu-stellen. Er richtete aber auch sein Essen und Trin-ken darnach ein. Er konnte in dem erwehnten Col-legio täglich zweymal speisen; er begnügte sich abermit einer Mahlzeit, und es fehlte nicht an solchen,die für seine zweyte Mahlzeit bey sich Raum übrighatten. Eine seiner größten Bemühungen war auf° die Ertödtung seines Leibes und der sinnlichen Trie-be gerichtet; weil er überzeugt war, daß das rechteLeben unsers Geistes erst in dem Zustande angehenwerde, darin man weder des Essens, noch des Trin.kens, noch des Schlafes benöthigt seyn würde.

Und