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Joseph Alleins, weil. Predigers zu Taunton ... in England, Grundlegung zum thätigen Christenthum
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6 Leben, Charakter und Amtsführung

und können sie doch nicht dulden, so lange sie leben,am wenigsten begehren sie ihre Nachfolger Zu werden.Sie hören die Erzählungen vom Leben heiliger Perso-nen geduldig an, werden aber zornig, wenn ein ieben-derHeiliger ihre Laster entweder mit Wonen oder mitWerken verdammet. Und dennoch kann nicht ge-leugnet werden, daß in der menschlichen Namr eingewisser Grund und vorwaltende Neigung amutref-fen ist, der Tugend und Heiligkeit ein gutes ZeugnißZu geben. Denn die Uebung einer reinen, vorsich-tigen und unpartheylschen Tugend, ein vorzüglicherFleiß in einem heiligen Leben, eine freudige Hofnungeiner annoch unsichtbaren Seligkeit, die brünstigeBemühung Gott und Menschen zu lieben, lind ineinem unschuldigen Leben, ja mit Aufopferung eige-ner Vortheile andern Gutes zu erweisen, dieses allesüberzeuget die menschliche Natur von seiner inner-lichen Güte, und zwinget ihnen dergestalt einen Bey-fall ab, daß Teufet und Menschen demselben nichtwiderstehen können. Wäre nur die Anzahl großerund wahrer Heiligen nicht so klein, und dage-gen derer so viel, die ihre Tugend mit so vielenUnvollkommenheiten beflecken ! Waren nur nichtaufSeiten des Satans die beyden Vortheile, näm-lich; daß man diejenigen sehr selten kennet, die rechtsehr gut sind, andere aber ein Ziel der Verleumdungsind. Denn wer genau aufmerket, der wird wohlfinden, daß diejenigen, die man um der Heiligkeitgehastet und verfolget hat, nicht genau, sondern nurin einer gewissen Entfernung bekannt gewesen, nurnach dem, was durch lügenhafte Zeugen von ihnenausgebreitet worden.