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Aus dem Leben eines Taugenichts : Novelle
Entstehung
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Mein Zollhaus, an dem ich vorbei mußte-, stand nochauf der alten Stelle, die hohen Bäume ans dem herrschaft-lichen Garten rauschten noch immer darüber hin, eine Gold-ammer, die damals auf dem Kastanienbaume vor dem Fen-ster- jedesmal bei Sonnenuntergang ihr Abendlied gesnngenhatte, sang anch wieder, als wäre seitdem gar nichts in derWelt vorgegangen. Das Fenster im Zollhause stand offen,ich lief voller Freuden hin und steckte den Kopf in die Stubehinein. Es war Niemand darin, aber die Wanduhr picktenoch immer ruhig fort, der Schreibtisch stand am Fenster,und die lange Pfeife in einem Winkel, wie damals. Ichkonnte nicht widerstehen, ich sprang durch das Fenster hinein,und setzte mich an den Schreibtisch vor das grosie Rechenbuchhin. Da fiel der Sonnenschein dnrch den Kastanienbaumvor dem Fenster wieder grüngolden ans die Ziffern in demaufgeschlagenen Buche, die Bienen summten wieder an demoffnen Fenster hin und her, die Golvaimner draußen aufdem Banme sang fröhlich immerzu. - Auf einmal aberging die Thür aus der Stube auf, und ein alter, langerEinnehmer in meinem plmktirten Schlafrock trat herein! Erblieb in der Thür stehen, wie er mich so unversehens er-blickte, nahm schnell die Brille von der Nase, und sah michgrimmig an. Ich aber erschrack nicht wenig darüber, sprang,ohne ein Wort zn sagen, auf, und lief aus der Hausthürdurch den kleinen Garten fort, wo ich mich noch balv mitden Füßen in dem fatalen Kartoffelkraut verwickelt hätte,das der alte Einnehmer nunmehr, wie ich sah, nach deS