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Aus dem Leben eines Taugenichts : Novelle
Entstehung
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mel blitzte und funkelte unübersehbar mit unzähligen Sterneii,darunter lag die heilige Stadt, von der man nur einen lan-gen Nebelstreif erkennen konnte, wie ein eingeschlafener Löweans der stillen Erde, uud Berge standen daneben, wie dunkleNiesen, die ihn bewachten.

Ich kam mm zuerst auf eine große, einsame Haide, aufder es so grau und still war, wie im Grabe. Nur hin undher stand ein alteS, verfallenes Gemäuer oder ein trockener,wunderbar gewundener Strauch; manchmal schwirrten Nacht-vögel durch die Luft, und mein eigener Schatten strich immer-fort lang und dunkel in der Einsamkeit neben mir her. Siesagen, daß hier eine uralte Stadt und die Frau VennS be-graben liegt, und die alten Heiden zuweilen noch aus ihrenGräbern heraufsteigen und bei stiller Nacht über die Haidegehn und die Wanderer verwirren. Aber ich ging immergerade fort und ließ mich nichts anfechten. Denn die Stadtstieg immer deutlicher uud prächtiger vor mir herauf, uuddie hohen Burgen und Thore und goldenen Kuppelu glänztenso herrlich im hellen Mondschein, als ständen wirklich dieEngel in goldenen Gewändern auf den Zinnen uud säugendurch die stille Nacht herüber.

So zog ich denn endlich erst an kleinen Häusern vorbei,dann durch ein prächtiges Thor in die berühmte Stadt Romhinein. Der Mond schien zwischen den Palästen, als wärees Heller Tag, aber die Straßen waren schon alle leer, nurhin nnd wieder lag ein lumpiger Kerl, wie ein Todter, inder lauen Nacht aus den Marmorschwellen und schlief. Da-