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Aus dem Leben eines Taugenichts : Novelle
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gellen. Zwischen die alten, hohen Bäume hindurch aberwar überall eine weite, einsame Aussicht, eine Vergkoppe hin-ter der ander», so weit das Auge reichte.

Nachdem ich so ein Weilchen in der Morgendämmerungdurch die Wildniß umherspaziert war, erblickte ich auf derTerrasse unter mir einen langen, schmalen, blassen Jüngling ineinem langen braunen Kapntrock, der mit verschränkten Armenund großen Schritten auf und ab ging. Er that, als säheer mich nicht, setzte sich bald darauf auf eiue steinerne Bankhin, zog ein Bnch ans der Tasche, las sehr laut, als wenner predigte, sah dabei zuweilen zum Himmel, und stützte daunden Kops ganz melancholisch auf die rechte Hand. Ich sahihm lange zu, endlich wnrde ich doch neugierig, warum erdenn eigentlich so absonderliche Grimassen machte, nnd gingschnell auf ihn zu. Er hatte eben einen tiefen Senfzer ans-gestoßen und sprang erschrocken auf, als ich ankam. Er warvoller Verlegenheit, ich auch, wir wußten beide nicht, waswir sprechen sollten, und machten immerfort Komplimentevor einander, bis er endlich mit langen Schritten in das Ge-büsch Reißaus nahm. Unterdeß war die Sonne über demWalve aufgegangen, ich sprang ans die Bank hinauf undstrich vor Lust meine Geige, daß es weit in die stillen Thä-ler herunter schallte. Die Alte mit dem Schlüsselbunde, diemich schon ängstlich im ganzen Schlosse znm Frühstück auf-gesucht hatte, erschien nnn ans der Terrasse über mir, nndverwunderte sich, daß ich so artig auf der Geige spielen konnte.Der alte grämliche Mann vom Schlosse fand sich dazu und