48
Weg lief immerfort im Walde an einem Vergeshange fort.Zuweilen konnte man über die Tannenwipfel, die von untenherauflangtcn und sich dunkel rührten, weit in die tiefen, stillenThäler hinaussehen, hin und her schlug eine Nachtigall, Hundebellten in der Ferne in den Dörfern. Ein Fluß rauschte be-ständig aus der Tiefe und blitzte zuweilen im Mondschein auf.Dabei das einförmige Pserdegetrappel und das Wirren nndSchwirren der Reiter hinter mir, die unaufhörlich in einerfremden Sprache mit einander plauderten, und das helle Mond-licht nnd die laugen Schatten der Baumstämme, die wechselndüber die beiden Reiter wegflogen, daß sie mir bald schwarz,bald hell, balv klein, bald wieder riesengroß vorkamen. Mirverirrten sich ordentlich die Gedanken, als läge ich in einemTraum nnd könnte gar nicht aufwache». Ich schritt immerstramm vor mich hin. Wir müssen, dachte ich, doch am Endeans dem Walve nnd aus der Nacht herauskommen.
Endlich flogen hin und wieder schon lange röthlicheScheine über den Himmel, ganz leise, wie wenn man übereinen Spiegel haucht, auch eine Lerche sang schon hoch überdem stillen Thale. Da wurde mir auf einmal ganz klar imHerzen bei dein Morgengrnße, und alle Furcht war vorüber.Die beiden Reiter aber streckten sich, und sahen sich nach allenSeiten um,'nnd schienen nun erst gewahr zu werden, daß wirdoch wohl nicht auf dem rechten Wege sein mochten. Sieplauderten wieder viel, und ich merkte wohl, daß sie von mirsprachen, ja es kam nur vor, als finge der Eine sich vor mirzu fürchte» an, als könnt' ich wohl gar so ei» heimlicher