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Belagerung der Schlösser zur Dyck u. Reifferscheid.
seinem Lager vor dem Schlosse das Reichsbanner entfaltete,hatten die Belagerer erwartet, Junker Johann würde diesemdas Schloss übergeben und Urfehde schwören, allein diesererklärte, ehe er das thäte, Hesse er sich lieber am Thore sei-nes Schlosses hängen. Dieses »war gewaltig fest und zehn-mal stärker als man es gehalten hatte«, hatte eine zahlreicheBesatzung, welche den Belagerern täglich grossen Schadenzufügte. Diese scheinen sicli auf eine Einschliessung derFeste beschränkt zu haben, da die Geschworenen nicht überernste Angriffe berichten. Die Grafen von Blankenheim, vonGerartsstein, von Tomberg und die von Kerpen rückten erstam 6. September ins Lager ein. Die Achener waren am11. August ausgezogen, hatten vier Tage später vor Reiffer-scheid ihre Blide aufgerichtet, aber nicht einmal gewagt, dieTransportwagen zurückzuschicken, aus Furcht, die Verbün-deten möchten wieder abziehen. Die Sühne der beiden In-haber des Schlosses, des Junkers Johann und seines OheimsReinard, vom 11. Oktober, entsprach der Lauheit der Be-lagerung. Johann und Reinard behalten das Schloss und ge-loben, den Herren und Städten während acht Jahre keinenSchaden zu thun, weder ihnen noch den Ihrigen. Der Aus-zug hatte Achen 628 '/s Goldgulden oder 19907 l /4 Thalerunseres Geldes gekostet, der Goldgulden zu 3 Thaler 5 Sgr.gerechnet. Die Summe war in acht Posten durch Ankaufvon Leibrenten aufgebracht worden, so dass für 10, lO'/zoder 11 Gulden 1 Gulden Rente gezahlt wurde, allerdingsschwere Zinsen zur Last der Stadt (Laur. Stadtrechnungendes 14. Jahrb.), die sich gegen Ausgang des 14. Jahrhundertseines grossen Wohlstandes, besonders durch die Bliithe ihrerTuchmanufaktur erfreute. ') Für diese hatte es in Venedig
') Auch auf einem andern Felde, als dem der Industrie, dem derPoesie nämlich, fehlte im 14. Jahrhundert die Blüthe nicht. Das überdreissig tausend Verse enthaltende Epos Karlmeinet, welches in nieder-deutscher Sprache eine Beihe von Dichtungen aus dem SagenkreiseKarls des Grossen zusammenstellt, ist nach der sinnreichen Ermitte-lung von P. St. Käntzeler die Schöpfung eines Guardian des hiesigenMinoritenklosters. Die mit dem Achener Dialekt verwandte Sprachedes Gedichtes und die specielle Bekanntschaft des Verfassers mit den