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König- Wenzels Krönung.
Kaiser entschied sich dieses Mal für Sachsen, weil der Her-zog von Brabant für seine Länder noch nicht belehnt war.Matthys von Beriesburg und Willem von Rade erhielten vonder Stadt eine Weinspende, weil sie in dem Streite zwischenSachsen und Brabant ihre Leute zurückgehalten, und desMeiers Knechte, weil sie mit den Dienern des Herzogs vonSachsen keine Händel angefangen hatten. Die Bürgermeisterreiten dem Könige bei seiner Ankunft in Begleitung vonEupener Speerreutern entgegen, die Leibwache des Kaisersbilden Achener Schützen. Eine Anzahl derselben lag fünfTage auf dem »Saal« (dem Rathhause). War der Kaiserauf dem Rathause abgestiegen? Die Stadtrechnung gibt überdie Wohnungen der kaiserlichen Familie und der Fürstenkeine Auskunft. Von letzteren führt sie auf: drei Herzogevon Baiern, die Herzoge von Sachsen, Brabant, Jülich, dieMarkgrafen von Meissen und Mähren, die Grafen von Nassau,Berg, Mark u. A. und die Erzbischöfe von Köln und Trier.Speerreuter und Schützen kosten der Stadt 535 Mark. ImGefolge des Hofes und der Fürsten sind Hofgesinde, Spiel-leute (nach den Geschenken zu urtheilen, sechszig an derZahl) und Herolde. Ihre Geschenke belaufen sich auf 10pGulden oder 367 1 /2 Mark. Derjenige, welcher die Katze derKaiserin trägt, erhält 3'/2 Mark. Dem Könige schenkte dieStadt sechs Ochsen im Werthe von 466 Mark, 6 Schilling.Die Hörner derselben trugen gemalte Schilder im Werthevon 13 Mark. Die Kaiserin erhielt zwei Goldtücher — wohlAchener Fabrikat — jedes zu 35'/2 Gulden und vier Mecheln-sche Tücher, jedes zu 3672 Gulden, zum Geschenk. Die sechsTücher haben einen Werth von 217 Gulden oder 759 Mark,6 Schilling. Die Königin eihält das gleiche Geschenk. 1 )
Wie im Jahre 1338 wurden wegen eines der KaiserinMargaretha zu machenden Geschenkes (S. 250) zwei Abge-ordnete nach Lüttich und Mastricht geschickt, »um von dortzwei Tücher zu holen, die man aber nicht fand.« Da wirdman wohl einheimisches Fabrikat gewählt haben. Jetzt schenkte
*) Die Tuchmacherzunft hatte in Achen ihr eigenes Gericht; ihrebeiden Vorsteher, Werkmeister genannt, nahmen eine wichtige Stellein der Magistratur ein.