Landfrieden.
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Kluge Männer wussten keine andere Ursache anzugeben, alsdie herrschende grobe Unwissenheit in Glaubenssachen und inden Geboten Gottes. Manche aus dem Volke warfen dieSchuld auf den konkubinarischen Glerus, der wahrscheinlichdie Kinder nicht richtig taufe; doch mussten sie verstummen,als gerade Weltgeistliche solche Besessene durch die Mittelder Kirche heilten, wo Klostergeistliche es vergeblich ver-sucht hatten. In der Kirche zum h. Kreuz in Lüttich fingam Tage der Kirchweihe der Träger des Rauchfasses an garwunderlich zu schwenken, dabei ganz ungezogen zu springenund ganz ungereimtes und ganz unverständliches Zeug zusingen.« ') »In demselben Jahre, berichtet eine handschrift-liche Chronik, kamen die Tänzer zwischen Maria Himmel-fahrt und Mariä Geburt, und sie tanzten in Kirchen und inKlausen und in allen geweihten Orten. Das währte so lange,weil ein so grosser Unglaube in der Christenheit einge-rissen war. Zuletzt fand man, dass es Betrug leichtfertigerLeute war. Wenn sie tanzten, sprangen sie auf und riefen:Herr, sant Johann, so, so, frisch und froh, Herr sant Johann!Auch legten sie sich auf ihren Blicken und liessen sich Bauchund Lenden gürtein und knebeln mit Seilen, mit starken,breiten Mildern, so steif und hart man nur konnte; sie ver-langten, dass man sich auf ihren Bauch stelle und tanze undtrete. Zuletzt geschah viel Spitzbüberei und Betrug damit;ein Theil stellte sich krank, um Geld zu betteln, ein andererTheil, um Unkeuschheit mit Frauen zu treiben.« 2 )
Wir fahren nun fort, Bündnisse zu besprechen, an wel-chen Achen betheiligt war. Am 30. März 1375 (Lac. III,766) schlössen Friedrich III., Erzbischof von Köln, Wenzelund Johanna, Herzog und Herzogin von Luxemburg undBrabant, Herzog Wilhelm von Jülich und die Städte Kölnund Achen auf vier Jahre einen Landfrieden zwischen Rhein undMaas, setzten einen ständigen Rath ein zur Schlichtung allerAnstände und verpflichteten sich, mit näher bezeichneter Heeres-macht alle Gewaltthat zu verhüten und zu bestrafen. »Da
') Radulphi de Rivo (f 1403) decani Tongrensis gest. Pont. Leod.bei Chapeaville, III. 21. — 2 ) Kleine Chronik im Kölner Stadtarchiv.Ennen, Gesch. der Stadt Köln, II. S. 693.
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