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1 (1873) Von den Anfängen bis zum Jahre 1400
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Gründung der ungarischen Kapelle.

nämlich zu Ehren seiner Vorgänger der lih. Könige Stephanund Ladislaus und des Herzogs Emmerich« an der Südwest-seite der Liebfrauenkirche die sogenannte ungarische Kapelleerbauen, stattete sie mit allem Nöthigen aus und stellte anihr zwei Vicare an, welche den zahlreich nach Achen pilgern-den Ungarn seelsorgliche Dienste leisten sollten. Die Kapellewar, nach alten Abbildungen zu urtheilen, im Stile des neuenfast gleichzeitig erbauten Chores. Nach dreihundertfünfzig-jährigem Bestehen musste sie ihrer Baufälligkeit wegen nie-dergelegt werden. Der im Jahre 1748 errichtete Neubauhatte schon nach acht Jahren dasselbe Schicksal, da dieFundamente nicht stark genug waren. Am 5. Juli 1756wurde durch den damaligen regierenden Bürgermeister JohannA r on Wespien der Grundstein zu der heute noch bestehendenin unangemessenem Baustile errichteten Kapelle gelegt. Siewurde am 15. September 1767 geweiht. Als man sie zumzweiten Male niederlegte, fand man ein Römerbad. ' ) Ausseranderen Besitzungen gehörten der Kapelle die sogenanntenHunds- oder ungarischen Benden zwischen Jakobs- und Königs-thor innerhalb der äussern Stadt.

»Am 17. Juli 1374 kam eine sonderbare Sekte von Leu-ten aus dem obern Deutschland nach Achen, nach Mastrichtund endlich gegen den September nach Lüttich. Halb nackend,mit Kränzen um den Kopf, führten diese Besessenen beider-lei Geschlechts auf den Strassen, selbst in den Kirchen undHäusern ohne alle Scham ihre Tänze auf, wobei sie sangenund unerhörte Teufelsnamen ausriefen. Nach vollendetemTanze quälten die Teufel sie mit den heftigsten Brustschmer-zen, so dass sie mit erschrecklicher Stimme schrien, sie stür-ben, wenn man sie nicht mit Binden stark um den Leibzusammenschnüre. Vom September bis zum Oktober wuchsdie Sekte zu vielen Tausenden an. Aus Deutschland ström-ten täglich neue Tänzer herbei, und zu Lüttich und in derNachbarschaft wurden sehr viele, die bis dahin an Leib undSeele gesund gewesen waren, plötzlich von den Dämonen er-griffen, reichten den Tänzern die Hand und tanzten mit.

') Man sehe dessen Abbildung bei Meyer, Aachensche GeschichteS. 36.