294 Achen verm. seine Befestigungen u. erh. einen Jahrmarkt.
Schlagschatz genommen. Einundzwanzig Mark Pagamentmachten eine Mark Königssilber. Fünf Zweischillingsstückewogen eine Mark. (Lac. III, 574.)
Im Jahre 1356 wurde eine 70 Fuss hohe aus Quader-steinen gebaute und nach oben spitz zulaufende mit einemAdler, in dessen Brust ein Pfahl stak, gekrönte Pyramide aufdem Münsterplatz niedergelegt. Dieses räthselhafte Monumenterhob sich auf einem Quadrat, dessen einzelne Seiten 12 Fussmassen. (Mey. A. G. S. 14.)
Dem Hause Jülich erneuerte der Kaiser am 23. Dezem-ber 1357 (Lac. III, 575) eine frühere Begünstigung, indemer dem Herzoge und dessen Nachkommen das vom Reiche ab-hängige Präsentationsrecht zu den Probsteien und geistlichenStellen zu Achen, Kerpen und Kaiserswerth auf so lange ver-leiht, als dem Herzoge eine Pfandsumme vom Reiche nichtzurückgezahlt worden ist. Der Kaiser erklärt, wegen derschweren Reichsgeschäfte sei er selber nicht in der Lage,die zu den Stellen geeigneten Persönlichkeiten ausfindig zumachen.
Auch um Erhaltung und Bereicherung des königlichenStuhles zeigte er sich in den nächstfolgenden Jahren bemüht.Wir erfahren nämlich durch zwei Urkunden gleichen Inhaltes,die eine in lateinischer, die andere in deutscher Sprache vom
14. Februar 1357 (Stadtarch.), dass er den Achener Bürgernerlaubt, ihre Stadt, die, am Ende des Reiches und fern vonanderen Städten gelegen, den königlichen Stuhl, ihn undseine Nachfolger beschützen soll, mit neuen Thoren, Gräbenuncl anderen Werken zu befestigen und dazu Steuern undAccise zu erheben; er bestätigt von neuem ihre Privilegienund befiehlt den Reichsfürsten, die Achener darin zu be-schützen. Am 3. April 1359 verleiht er in einer lateinischenUrkunde den Achener Bürgern das Recht, vom 1. bis zum
15. Mai jährlich Jahrmarkt zu halten. Der Kaiser fordertden Erzbischof von Köln, den Bischof von Lüttich, die Her-zoge von Brabant, Geldern, Jülich und den Grafen von Loesauf, den Kaufleuten, welche den Jahrmarkt besuchen, Schutzzu verleihen. In der That kamen die Achen benachbartenFürsten dem kaiserlichen Befehle nach, wie noch einige imStadtarchiv aufbewahrte Urkunden beweisen. Wilhelm von