Achener Schöffenstuhl. Die goldene Bulle.
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Statt des 1355 verstorbenen Herzogs Johann III. tratsein Nachfolger Wenzel, Herzog von Luxemburg, Lothringen,Brabant, Limburg, Markgraf des h. Römischen Reiches, einBruder Karls IV., dem Bündnisse bei. (Lac. III.)
Eine Urkunde Kaisers ') Karl IV,, die er am 28. De-zember 1356 zu Metz ausstellte (Stadtarchiv), zeigt uns dieBedeutung des Achener Schöffenstuhles. Er gestattet näm-lich den Städten, Ortschaften 2 ) u. s. w. diesseit der Alpen, andiesen zu appelliren, und bedroht diejenigen mit einer Strafevon fünfzig Pfund Goldes, welche dieses verhindern. Nochim Jahre 1613 findet zwischen Achen und Nimwegen dasAbkommen statt, dass der Appellant in Nimwegen in sechsWochen seine Beschwerden einreichen kann, und dass derAppellat in derselben Frist antworten soll. (Nopp. 183.)Karl IV. bestätigt am 16. Dez. 1362 von Achen aus denBewohnern dieser Stadt das Recht, im ganzen Reiche nurvor ihren eigenen Schöffenstuhl geladen Averden zu können.Auch bestätigt der Kaiser Achen das Recht, dass Keiner imganzen Reiche dessen Bürger zum Kampfe herausfordern dürfeohne ein Urtheil der Schöffen zu Achen. Zunächst wird diesdem Bischöfe, dem Probst, Dechanten, Kapitel, Meier, denSchöffen und den Herren von Lüttich ans Herz gelegt, (Ur-kunde bei Jak. Moser, p. 79.) Nach Nopp p. 104 bestandder Achener Schöffenstuhl aus durchschnittlich vierzehn denangesehensten Familien angehörenden Personen des Richter-standes, die auf Lebensdauer in ihren Stellen blieben undsich durch Cooptation ergänzten.
Zu Nürnberg und Metz erliess Karl IV. unter dreissigTiteln das berühmte Gesetz, welches wegen der Einfassungder Siegel in goldenen Kapseln den Namen der goldenen Bulleerhalten hat. Da dieses Gesetz Achen eine bedeutsame Stel-lung zuweist, so folgt hier der Hauptinhalt desselben. Indemes für die Folgezeit die Siebenzahl der Wahlfürsten festsetzt,weist es mit Zustimmung der Reichsfiirsten den drei rhei-
*) Am Ostertage, den 5. April 1355, war Karl IV. mit seiner Ge-mahlin Anna zu Rom in St. Peter durch den Kardinal Peter Bertrandivon Ostia und den Kardinal Aegidius Albornoz gesalbt und gekröntworden. — 2 ) Man sehe die zweite Beilage am Ende des Bandes.
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