Das Spital der Armen auf dem Radermarkt.
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den jedesmaligen Priester zu präsentiren, gehört für ewigeZeiten den Bürgermeistern. Dagegen zahlen diese dem Prie-ster oder seinen Nachfolgern jährlich zwei kleine Goldflorenen.Für den Fall, dass die Kirche zum h. Foilan mit dem Inter-dict belegt werde, behält der Erzpriester für sich und seineNachfolger das Recht bevor, dass seine Leiche in die Spital-kirche gebracht und hier die Exequien abgehalten werden.
Die Spitäler verfielen also nicht dem Interdict. DerErzpriester spricht hier von der Foilanskirche, weil in ihrder Pfarrgottesdienst abgehalten wurde, seitdem das Hocli-münster für die grosse Gemeinde nicht mehr ausreichte. DieTaufe indessen blieb bei der Marienkirche bis zur neueren Zeitund fand in der Johannis- oder Taufkapelle statt mit Ausnahmeder Zeit von Ostern bis Pfingsten, wo sie auf dem Hochmünstervor dem Dionysiusaltar geschah. — Der Ausdruck in der Ur-kunde »neues Spital« setzt das Bestehen eines oder mehrererälteren voraus. Unter letzteren sind das zum h. Geist, das aufdem Hof, das von Melaten zu denken, deren Renten dem neuenstädtischen auf dem Radermarkt übertragen wurden. ') Ein imJahre 1341 dem Spital geschenkter Hof in Orsbach, welcherauch heute noch der Armenkommission gehört, führt denNamen »der h. Geisthof.« Das Kloster der Elisabetherinnenbei dem Spital entstand 1622. Stifterin war Apollonia Ra-dermacher, welche mit drei anderen Schwestern aus Brabantberufen wurde. An der im Vorhergehenden besprochenenUrkunde ist noch merkwürdig, dass das Siegel die Umschriftträgt: Sig. Regalis sedis Aquisgranensis ad causas (Geschäfts-siegel des königlichen Stuhles Achen). Das Siegel stellt diedamalige Bedachung der Marienkirche und des Glocken-thurms dar.
Die Kaiserin Margaretha besuchte im Jahre 1338 vonKöln aus Achen; 2 ) einige Tage später langten zwei ihrer
') Aus dem 1598 angelegten grossen schwarzen Buche des Gasthausesauf dem Radermarkt werden wir zum Jahre 1540 Näheres über dieälteren Spitäler mittheilen.
2 ) Ihr Gemahl hatte am 5. September 1338 mit König Eduard III.von England eine Zusammenkunft in Coblenz. Der Engländer suchtein Deutschland Bundesgenossen in seinem Kriege gegen den KönigPhilipp VI. von Frankreich. Ennen, Gesch. der Stadt Köln, II 313.