Ihre Einigung. Streit zwischen Kirche und Reich. 243
der früheren Feinde und nunmehrigen Freunde überrascht.»Beide verbinden sich, das römische Reich, dazu sie beidegewählt und geweihet sind, mit allen seinen Ehren, Würden,Rechten, Leuten und Gütern und was es hat und dazu ge-hört, in der ganzen Welt miteinander gleich als eine einzigePerson, einer nicht besser als der andere und jedweder nichtmehr noch minder, zu besitzen, haben, pflegen und handeln.Wichtige Sachen wollen sie zusammen thun und dann indem Vorsitz wechseln, minder wichtige soll jeder für sichaber zugleich im Namen des anderen thun, den-er dannvorsetzt, wie sie an ihn kommen; alles bisher Verfügte wirdbeiderseits für gültig anerkannt.« (Boehm. reg. imp. 49.)Seit dieser Einigung wurde der Doppeladler im Reichs-wappen gebräuchlich.
Ludwig ging 1327 nach Italien und erhielt Pfingsten(31. Mai) in Maüand durch die excommunicirten Bischöfevon Arezzo und Brcscia die eiserne Krone und am 17. Jan.1328 in der Peterskirche zu Rom durch die schismatischen Bi-schöfe von Venedig und Aleria mit seiner Gemahlin die Kaiser-krone. Nach Friedrich des Schönen Tod (13. Jan. 1330)kehrte Ludwig nach Deutschland zurück. Ein von ihm demPapste Johann XXII. entgegengestellter Afterpapst, Niko-laus V., legte schon nach einem Jahre, 1330, seine Würdenieder und unterwarf sich. An dem heftig entbranntenStreit zwischen Kirche und Reich betheüigten sich für odergegen Ludwig Universitäten und Mönchsorden, die Franzis-kaner für, die Dominikaner gegen Ludwig, für welchen diemeisten Reichsstädte waren. Der Kaiser forderte in einemweitläufigen Schreiben oder vielmehr in einer theologischenAbhandlung von Speier aus am 12. Juni 1330 (Quix, 305)Magistrat und Bürgerschaft Achens auf, den Befehlen Jo-hanns XXII. nicht zu gehorchen. Er nennt diesen schlecht-weg Johann von Cahors (Cattaro) und wirft ihm vor, erverbreite ketzerische Lehre, u. A. über die weltliche Gewaltund über die Geistlichkeit. Obgleich wir über das VerhaltenAchens zu dem Streite nichts Näheres erfahren, so zeigendoch wiederholte Gnadenverleihungen, dass der Kaiser mitden Bewohnern der Stadt nicht unzufrieden war. So bestä-tigte er dieser noch viermal ihre Privilegien; ein paarmal
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