204
Augustiner in Achen. Biindniss mit Falkenberg.
übrigen in der Grafschaft Jülich (zu Nideggen). Den beidennoch minderjährigen Söhnen Wilhelms, der mit dem Vater,Wilhelm IV., fiel, wurden tausend Mark Sterling bezahlt,wofür die Oheime in deren Namen Urfehde, d. h. Verzicht-leistung auf jegliche Rache, verbürgten. Damit war aberkaum ein leidliches Verhältniss zwischen den streitendenParteien hergestellt. Die Grafen von Salm, die Herren vonReifferscheid, Verwandte des Jülichschen Hauses, Anderefuhren fort, die Bürger zu befehden, so dass noch im Jahre1301 Graf Gerard von Jülich und Walram, Herr von Mont-joie und Falkenberg, sich genöthigt sahen, die Sühne von1280 zu erneuern. (Quix, 256.) Auch spielen die Verhand-lungen wegen Dotirung der Sühnaltäre noch bis zum Jahre1346 in den Urkunden eine Rolle.
Bei der Gelegenheit, wo bei dem nächtlichen UeberfalleGraf Wilhelm IV. sein Leben verliert, kommt zum erstenMale das Kloster der Weissen Frauen vor. Wenn die Töch-ter der hiesigen vornehmen Geschlechter sich dem geistlichenStande widmeten, pflegten sie in dieses Kloster einzutreten.Die Augustiner, welche nach Nikolaus Crusenius im Jahre1275 von Mas'tricht nach Achen gekommen waren und hi,erdie vom Dechanten des Marienstiftes, Sibodo, erbaute (vergl.oben S. 161), aber schon baufällig gewordene Katharina-kapelle in der Pontstrasse nebst feinem daneben gelegenenkleinen Hause übernommen, hatten ihr Wohnhaus durcheine Summe Geldes belastet, welche ihnen das Kloster zuden Weissen Frauen geliehen. Diese Summe zahlten dieAugustiner im Jahre 1282 zurück. An der Stelle der Ka-tharinakapelle errichteten sie eine neue Kirche und erbautensich ein Kloster, das in der späteren Geschichte Achens viel-fach genannt wird. Nach Urkunden Königs Rudolf I., Hage-nau 18. März und 15. Mai 1282, war Ruttger, Kanonikus vonAchen, einer der Machtboten des Königs. (Böhmer, Reg. Imp.)
Im Jahre 1282, am Vorabende des Festes des Evange-listen Marcus, erneuerte Achen das Biindniss mit Johann I.,Herzog von Lothringen und Brabant (Quix, 230). Im Jahre1284 am Vorabende des Festes des h. Martinus, des Bischofs,schloss Achen mit Walram II., dem Herrn von Falkenbergund Montjoie ein ßündniss. In der Urkunde, welche Walram