Das älteste Rathhaus Acliens.
181
einem dringenden Bedürfnisse, sei es Krieg oder sonst etwas,weder für den König noch für sonst Jemand verwendetwerden dürfen. Franz Bock (Karls d. Gr. Pfalzkapelle etc.II. 11 ff.) erkennt in der silbernen im Feuer übergoldetenKrone des Brustbildes Karls des Grossen, das sich in demhiesigen Domschatze befindet, die Krone Richards wieder.Mit geringerer Zuversicht will er in der sogenannten Chor-kappe Leo's III., mit welcher einer Ueberlieferung nach die-ser Papst im Jahre 804 das hiesige Münster geweiht habensoll, den Krönungsmantel Königs Richard erkennen. «Da derKaiserschatz in der Hofburg zu Wien sich des Besitzes derälteren goldenen Kaiserkrone rühmt, ohne welche die feier-liche Kaiserkrönung in Rom durch die Hand des Papstesnicht gültig vorgenommen werden konnte, und der Donischatzzu Monza der eisernen Krone aus den Tagen König Aistulfs,so besässe demnach Achen in der Krone Richards diesilberne, mit welcher die deutschen Könige nach ihm gekröntwurden.«
Wir erfuhren oben S. 158, dass der ReichsministerialWilhelmus Bavarus (Baier) sein Reichslehen, die Bäder, indie Hand Königs Heinrich zurückgab, und dieser dasselbedem Marienstifte verlieh, welches von jedem Haushalt in derStadt für das Recht zu baden jährlichs 1 /t Denar erhielt;König Richard genehmigte im Jahre 1267 (Quix 133) dieUebertragung dieser Abgabe von Seiten des Stiftes an dieStadt, welche den Bürgern die Abgabe erliess.
In Beziehung auf eines der wenigen uns erhaltenen Ge-bäude aus den Jahrhunderten des Mittelalters, welches unterder Regierung Richards in Achen entstand, lassen wir dasunseren Zwecken dienende aus der vortrefflichen Schrift C.P. Bock's, das Rathhaus zu Achen, 1843, welcher unser Werküberhaupt manches Treffende verdankt, abdrucken. Bock sagtauf S. 110 ff.: «Ein Bau, der unter der Regierung des Kö-nigs Richard sich erhob, ist das älteste Ratliliaus der Stadt,dessen höchst merkwürdige Aussenseite vollständig ei-hal-ten Es ist das, der traurigsten Verwahrlosung iiber-lassene, auf dem Fischmarkt gelegene Gebäude, welches infrüherer Zeit mit dem Namen »das Bürgerhaus« (a. 1346)bezeichnet wurde, später (a. 1447) die noch heut zu Tage