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Beginenhöfe.
Zeiten des Faustrecbtes als Warte und wurde mit einerschweren, ] 261 gegossenen Glocke versehen, deren Wärternach der Stadtrechnung vom Jahre 1376 vom Achener Ma-gistrat besoldet wurde.
Eine im Mittelalter in den Niederlanden und in denrheinischen Städten vorkommende und heute noch hin undwieder bestehende religiöse Richtung erscheint bei ihrer er-sten Erwähnung in Achen im Jahre 1261 schon entwickeltund weit verbreitet, nämlich die Einrichtung der Beginen-höfe, deren es nach Kriegk ') im Mittelalter in Frankfurt undUmgebung siebenundfünfzig gab. In den Zeiten langjährigerBürgerkriege, wilder politischer und religiöser Parteiungenund schamloser Geltendmachung des Rechtes des Stärkernwird das Loos des schwachen Geschlechtes ein beklagens-werthes gewesen sein. Junge und ältere unverheirathetePersonen und Witwen, welche allein standen und ohne Schutzwaren, vereinigten sich naöh dem Charakter der Zeit zu Ge-nossenschaften, deren Schutz die Kirche übernahm, welcheauch ihr Leben kirchlich regelte. Die Beschäftigung dereinzelnen Genossinnen war verschieden, bestand aber mei-stens in Handarbeit oder auch in dem Unterrichte der Ju-gend. Die mit Glücksgütern ausgestatteten werden den Armenoder Dürftigen zur Seite gestanden haben. Es gab aber auchfromme Leute, welche wohlthätige Stiftungen machten undAngehörige, Dienstboten und Arme überhaupt für ihre Lebens-dauer versorgen wollten. Um das Jahr 1261 war ihre Anzahlsehr gross und ihr Erscheinen machte Aufsehen. Daher fand derBischof, Heinrich III. Graf von Geldern, von Lüttich sich veran-lasst, ihnen eine bestimmte gemeinsame Wohnung, eine strenggeordnete Lebensregel und einen geistlichen mit bedeutendenRechten ausgestatteten Vorstand zu geben. Aus der betreffen-den ausführlichen Urkunde vom 25. Februar, dem Vorabendedes h. Matthias des Apostels, 1261, folgen hier einige dieVerhältnisse aufklärende Stellen: 2 ) Der Bischof vernimmt,dass eine grosse Anzahl von Mädchen und gottesfürchtigehFrauen, gewöhnlich Beginen genannt, in den verschiedeneu
') Deutsches Bürgerthum im Mittelalter, Frankfurt 1868.
2 ) Lac. II. 512. Quix, Beiträge zur Geschichte der Stadt und desReiches Aachen, I. Aachen 1837, S. 88.