Die Cisterzienserinnen v. S. Salvator nach Burtscheid versetzt. 1 55
Cisterzienserordens, welcher auf dem der benannten Stadtgegenüber und nach Norden gelegenen Salvatorsberge seinenSitz hat, wegen Unbequemlichkeit, Kälte und Wind kaumfortbestehen kann, so hat er nach dem Rathe. verständigerund gottesfiirchtiger Männer beschlossen, ihn an die Stelledes erwähnten Klosters zu vesetzen.« Der Kaiser bestätigtedie Versetzung und schenkte den Nonnen das Kloster mitallen dazu gehörenden Besitzungen. Wir erinnern daran,dass die Benedictinerabtei von Heinrich II. mit Reichsgutausgestattet wurde. — Vom Jahre 997 bis zum Jahre 1222hatte das Frauenkloster auf dem Salvatorsberge bestanden.Heinrich II. schenkte die Kapelle 1005 dem S. Adalberts-stifte, Heinrich IV. 1059 dem Münsterstifte, welche SchenkungFriedrich II. 1226, Heinrich VII. 1308 bestätigte. Die Ka-pelle blieb beim Marienstifte bis zum Jahre 1802.
Wir erwähnen hier der im Stadtarchiv aufbewahrtenUrkunde vom Jahre 1226, durch welche die von KönigHeinrich, dem Sohne Friedrichs II., und seinem VormundeEngelbert, Erzbischof von Köln, ernannte Commission, be-stehend aus dem Probste Sibodo von S. Adalbert, dem De-chanten Sibodo des Achener Münsterstiftes, dem Vogte Wilhelmund dem Wilhelm Puls, die Rechte der Aebtissin und des Oon-ventes der Cisterzienserinnen-Abtei Burtscheid und ihres Vogtesbestimmt, da sie sechs wichtige Wachssiegel an roth undgelben Seidenschnüren trägt, deren Beschreibung nach demseligen Archivar und Stadtbibliothekar Jos. Laurent hier folgt.
1. Siegel des Münsterstiftes: oval, 6V2 und 5 1 /2 Centi-meter, die h. Jungfrau, sitzend auf einem Throne mit Rücken-lehnen von romanischen Säulchen gehalten, mit Lilienkroneund Heiligenschein, in der Rechten eine Lilie haltend, aufdem linken Arme das Kindlein Jesu tragend, welches mitder Rechten segnet, auf der Linken die Weltkugel trägt.Umschrift: SANCTA MARIA AQVENSIS.
2. Aeltestes Achener Stadtsiegel. Rund 8V2 Centimeter,mit einem von rechts nach links schräg aufsteigenden Thron,der vorne und in der nur bis zu den Hüften sich erhebendenRückenlehne von mit Kugeln gekrönten Säulchen eingefasstist. Auf ihm sitzt dei Kaiser mit langem wagerecht überdas Gesicht hinausragenden Schnurr- und kurzem Kinnbarte,