154
Das Stadtsiegel.
Dormitorium der Pfalzkapelle sich befand, in der Nähe derNikolauskapelle, in welcher überhaupt die die Kirche undoft auch die Gemeinde betreffenden Verhandlungen erledigtwurden. Die Abfassung, Versiegelung und Aufbewahrung derUrkunden — die Stadt erhielt erst mit dem Jahre 1267 mitder Curia oder dem älteren Rathhause in der heutigenSchmiedstrasse ein Archiv — brachte der Stiftsgeistlichkeitohne Zweifel reiche Sportein ein. Dass die Stadt, welchenun ihr eigenes Siegel hatte, sich von letzteren befreien undvom Stifte unabhängig sein wollte, geht aus einer Urkunde(Lac. II. 92) hervor, wonach der Reichskanzler Conrad, Bi-schof von Metz und Speier bekundet, dass auf dem Fürsten-tage vom 6. Januar 1221 zu Frankfurt die Fürsten bestimmthätten, dass das Siegel der Stadt Achen im Verwahrsame desdortigen Deehanten beruhen müsse. Derselbe Reichskanzlerbeurkundet am 1. Juni 1222 (Lac. II. 103), dass nach alterSitte bei der Königskrönung zu Achen dem Marienstifte zweiund dem Adalbertstifte ein Fuder Wein, dem Ersteren auchdas Krönungsgewand verabreicht werde. Im März desselbenJahres hatte Kaiser Friedrich II. zu Capua die Uebertragungder Benedictinerabtei zu Burtscheid durch deren Abt Walterund den nur noch aus vier Mitgliedern bestehenden Conventan die Nonnen des Salvatorsklosters bei Achen bestätigt.Nach kurzer Einleitung sagt der Kaiser: «Da das in derNähe von Achen gelegene Kloster Burtscheid (Porcetum)durch allzu grosse Ungebundenheit und Sorglosigkeit derAebte und Mönche sowohl in Bezug auf das klösterliche undreligiöse Leben und die Erhaltung des äusseren Besitzes, alsauch durch Abnahme der Anzahl der geistlichen Personenvollständig verkommen erscheint, so haben Wir nach demRathe einiger verständiger Männer in der Vorsorge für jenesKloster Unsere Gedanken auf eine Aenderung der Personenund des Ordens gerichtet. Zu dem Ende haben Wir Unseremehrwürdigen Reichsfürsten, dem Erzbischof Engelbert vonKöln, welchem wir durch kaiserliche Briefe die Reichsver-wesung in Germanien und die Vormundschaft unseres SohnesHeinrich, des nunmehrigen Königs übertragen haben, denAuftrag gegeben, nach genommener Einsicht zu verfahren.Als derselbe erkannte, dass der Convent der Schwestern des