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1 (1873) Von den Anfängen bis zum Jahre 1400
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Städtische Obrigkeit. Würdenträger d.Pfalzkapelle. Probst. 141

der Hofkapelle und die Aufbewahrung der in derselben be-findlichen Schätze. Wegen dieser letzteren Obliegenheit liiesssein Amt auch custodia. Bei seiner Abwesenheit vertrat ihnin seiner Amtsthätigkeit theils der Vicedominus, theils derCustos, jener für den Gottesdienst, dieser für die Aufbewah-rung der Kirchenschätze. Beide Funktionen wurden späterauch wohl durch eine Person geübt. Den Probst Philippvon Schwaben vertrat als Custos der Kanonikus Albertus. ')Der Probst wurde vom Beichsoberhaupt ernannt, welchesdie Ernennung auch wohl an Andere übertrug. Er hatteseine eigenen von denen der Stiftsherren gesonderten Ein-künfte und eine seiner hohen Würde entsprechende Wohnung. 2 )

') "Von einem Albertus, welcher sich custos et canonicus ecclesieaquensis nennt, besitzen wir eine gut geschriebene Geschichte desersten Kreuzzuges bis zum Jahre 1121. In einem lehrreichen Aufsatzin dem Niederrhein. Jahrb. von 1843, herausgeg. von L. Lersch, hatC. P. Bock mit sehr triftigen Gründen nachgewiesen, dass dieser Al-bertus kein Kanonikus der Stadt Aix in Südfrankreich gewesen seinkann, sondern unserm Achen hat angehören müssen. Das Nekrologiumder hiesigen Marienkirche gibt als Todestag des Albertus custos den18. Januar an.

2 ) Nach der Stadtrechnung vom Jahre 1385 bei Jos. Laurent,Stadtrechnungen des 14. Jahrh. S. 311, lag »die Proestie intgein dieplankken,« also auf dem Räume des späteren Probsteigartens, aufwelchem in unseren Tagen die neuen Häuser der Stiftsherren erbautwurden. Auf dem ältesten bekannten Stadtplan vom Jahre 1576 er-scheint der Klosterplatz rundum mit Häusern besetzt. Der Stadtbrandvom Jahre 1656 hat diese vernichtet. Bei dem Neubau der Stiftshäuserfand man Kellergewölbe, Belegsteine, eine römische Kaisermünze undBrandtrümmer. Das Maassen-Jardonsche Haus in der oberen Kloster-gasse, wohl das älteste Wohngebäude der Stadt, das eine Kapelleenthält, bildet einen Theil der alten »Proestie.« Diese war ein monu-mentales Gebäude, welches erst zwischen 1707 und 1721 durch Brandzu Grunde gegangen ist, wie aus den zwei nachfolgenden Stiftspro-tokollen hervorgeht, deren Mittheilung wir dem Archivar P. St.Kaentzeler verdanken.

Nach demjenigen über die Einführung des Probstes PhilippFriedrich, Baron von Schellard, vom 26. Januar 1707 stand die Probsteinoch, denn es heisst in der Uebersetzung: Durch die grössere Thürdes Tempels, Wolfspfordt genannt, wurde Seine Hochwürden der Probstzum Hause der Probstei geleitet und ihm dort von dem Herrn Dechantender Thorschlüssel gereicht, mit welchem Seine Hochwürden der Probst