Urkunden zu Gunsten Acbens und der Marienkirche. 139
clem berühmten Reichstage zu Mainz wehrhaft gemacht, am27. Januar 1186 zu Mailand mit Constanze, Erbin von Neapelund Sizilien vermählt worden nnd erhielt am 15. April 1191mit seiner Gemahlin zu Rom in der Peterskirche durch PapstCoelestin III. die Kaiserkrone.
Einen grossen Theil der kurzen durch Aufstände undUnfrieden mit der Kirche getrübten Regierung brachte Hein-rich VI. in Italien und auf Sizilien zu. In Achen war erals Kaiser wahrscheinlich im Jahre 1192, denn aus diesemJahre haben wir von ihm Urkunden aus Lüttich und Sinzig,und zuverlässig im Jahre 1194. in der Urkunde aus Sinzigvom 4. Oktober 1192, in welcher der Kaiser von seinemBruder Philipp, dem Achener Probst, redet, vermittelt er,dass das Marienstift zu Achen den vormaligen Pächtern desStiftshofes zu Sinzig noch die halbe Weincrescenz für daslaufende Jahr zur völligen Abfindung derselben bewillige,und verbietet künftighin die Verpachtung an einen Laien;in Achen beurkundet er am 19. April 1194, dass Graf Gerardvon (Alten) Ahr gelobt habe, die Kaufleute und Bürger vonAchen, welche er bis dahin gegen Recht und Billigkeit einenZoll zu Eckendorf und Roesberg hat entrichten lassen, künf-tig nicht mehr dazu anhalten zu wollen. Unter den Zeugenist Konrad, Probst zu Achen, und Philipp, des Kaisers Bru-der, dessen Name unmittelbar nach den geistlichen Würden-trägern folgt; dieser war also wieder in den Laienstandzurückgetreten. Die Urkunde wiederholt, die Privilegien,welche König Konrad III. im Jahre 1145 Kaiserswerth ver-lieh (Lac. IV. 622), nämlich dieselben Rechte und Freihei-ten, »deren die Achener im ganzen Reiche sich erfreuen.«
Aus der Regierungszeit Heinrichs VI. verzeichnen wirnoch als für Achen erwähnenswerth, dass aus einem Ver-trage des Abtes Gerlach von Siegburg mit dem Dechantender Achener Marienkirche, Konrad, vom Jahre 1191 hervor-geht, dass diese noch im Besitze der Neunten der VillenFlatten und Muffendorf war, welche König Arnulf derselbenvor dreihundert Jahren (888) verliehen hatte. Statt desNeunten zahlte die Siegburger Abtei fürderhin acht Mark.Im Anfange des Monates Juni 1191 bestimmte der Kaiseraus dem Lager bei Neapel, dass von den Gütern, welche die