136
Die innere und die äussere Stadt.
stein wurde befestigt. Man muss annehmen, class eine Be-völkerung zahlreich und wohlhabend war, welcher man dieAufgabe stellte, in vier Jahren den Raum der heutigen Mit-telstadt, denn nur von dieser kann die Rede sein, mit einerMauer zu umgeben, deren Festigkeit diejenigen heute nocherproben, welche genöthigt sind, noch vorhandene Reste der-selben zu entfernen. Der äussere Mauerring, welcher heuteebenso dem Bedürfnisse der Erweiterung der Stadt weicht,wie der innere demselben allmählich seit dem Ende des vo-rigen Jahrhunderts gewichen ist, gehört dem vierzehntenJahrhundert an. Viele Oertlichkeiten, welche nach dem vier-zehnten Jahrhundert als in der Stadt liegend erscheinen,werden bis dahin als vor der Stadt, also vor der innernoder Altstadt gelegen, bezeichnet. In der Mitte des drei-zehnten Jahrhunderts, wo Achen noch ausschliesslich von denbevorrechtigten Ständen beherrscht wird, gehört es schondem grossen rheinischen Städtebunde an.
Die Feste Berinstein wird zuletzt im Jahre 1603 genannt,wo der Achener Magistrat eine Besatzung in dieselbe legte.Im Jahre 1198 während des Thronstreites zwischen demStaufer Pliilipp und dem Weifen Otto IV. hatte dieser nachdreiwöchentliche].' Belagerung Achens sie eingenommen undseinem Anhänger Walram von Limburg zu Lehen gegeben.Allein der Erzbischof Adolf von Köln nöthigte den Weifen,die Feste schleifen zu lassen, weil der Erzbischof durch dieErbauung der Burg beeinträchtigt worden sei. Im Jahre1219 sehen wir die Feste als Reichslehen im Besitze desGrafen Wilhelm III. von Jülich, der sie dem Deutschen Or-den schenkte.
Die Bewohner Acliens erwiederten die Wohlthaten, welchesie dem Hause der Staufer verdankten, mit einer Anhäng-lichkeit, welche vor den grössten Opfern nicht zurückschreckte.
Nach den Achener Annalen feierte der Kaiser im Jahre1174 in Achen Ostern und schlichtete daselbst einen Giiter-streit zwischen der hiesigen Münsterkirche und der AbteiHaumont an der Sambre.
Nach Otto, Abt von S. Blasien im Schwarzwald, einemGeschichtschreiber des Anfanges des 13. Jahrhunderts, empfingFriedrich I. eine Gesandtschaft des oströmischen Kaisers