Folgen des Brandes. Friedrich Barbarossa.
123
gängig aus Lehm- und Fachwänden erbauten) Wohnungendes Ortes standen. Ein Theil der Halle, welche zwischender Kirche und dem Palast sich hinzog, und die westlicheBegrenzung des Letztern ausmachte, wurde in der erstenHälfte des dreizehnten Jahrhunderts zum Verkauf der Tücherim Grossen benutzt. Von den zu der oberen Abtheilung desPalastes gehörigen Anlagen ist es der nach Westen gewandteFlügel, der in den uns zu Gebote stehenden Quellen am we-nigsten erwähnt wird. Die Gebäude, welche wir mit einigerSicherheit dazu rechnen können, sind frühzeitig durch kai-serliche Belehnung von dem Palast abgesondert worden.Auch dieser Umstand unterstützt die Yermuthung, dass derBrand vornehmlich nach dieser Richtung seine Verheerungausgedehnt und die hier gelegenen Räume für die kaiserlicheHofhaltung nutzlos gemacht habe. Dass aber ein andererTheil der kaiserlichen Wohnung, und auch der grosse Fest-saal erhalten waren, lässt sich nicht bezweifeln. Dass dieKirche von dem Brande nicht verschont blieb, schliessenwir daraus, dass während des kurz darauf folgenden Zeit-raums eine neue Bedachung derselben zu Stande kam, zuderen Behuf die Giebelfelder errichtet wurden, welche nochheute von dem Mauerkranze des Oktogons herabschauen.«
Konrad III. empfahl vor seinem Tode seinen einund-dreissigjährigen Neffen Friedrich, genannt Rothbart, denFürsten zu seinem Nachfolger. Dieser, der Sohn HerzogsFriedrich von Schwaben und der Judith, einer Tochter desHerzogs Heinrich des Schwarzen, schien dazu berufen, denHader der beiden mächtigsten Häuser Deutschlands, des derStaufer und des der Weifen für immer zu beseitigen. Erhatte seinen Oheim auf dem Kreuzzuge begleitet und sichdurch Einsicht und Tapferkeit ausgezeichnet. Mit ihm er-wartete man eine Periode des Ruhmes und des Glanzes fürDeutschland. In der That geschah durch ihn und unterihm Grosses ; nichf bloss erreichte das deutsche Reich seinenHöhepunkt der politischen Macht, auch Literatur und Kunstentwickelten sich zu einer bis dahin unbekannten Bliithe,aber es entbrannte unter ihm und durch ihn wieder der an-scheinend geschlichtete Kampf zwischen Kirche und Staat,der beiden Gewalten so verderblich wurde, und auch die