Pfalzgrafen von Achen. Klosterrath.
111
söhn war Siegfried. Seine Witwe Adeleidis trat in die imJahre 1104 gestiftete Abtei Klosterrath, welches aus zweiKlöstern, einem für Mönche und einem anderen für Nonnen,bestand. Nach den Jahrbüchern dieses Klosters, welche vomJahre 1104 bis 1157 gehen, beschenkte Adeleidis Klosterrathmit Besitz bei Crombach in der Pfarre Ritherche oder Rich-terich, der nordwärts an die Pfarre Rode oder Kirchrathgränzte und dem Marienstift in Achen Zehnten brachte.Auch eine Frau Richesca de Rihterche, welche eine Ver-wandte des Pfalzgrafen Siegfried war, schenkte im Jahre1112 der Abtei Klosterrath vierzig Morgen Ackerland nebsteinem Hof, welche ebenfalls der Marienkirche in AchenZehnten zahlten. Auch ihr Sohn, welcher, wie sie selbst, inKlosterrath starb, machte dieser neugestifteten Abtei an-sehnliche Besitzungen, welche zwischen Crombach und Frohn-rath lagen und der Kirche zu Richterich gehörten, zumGeschenke. Adelburgis, eine andere Verwandte des pfalzgräf-lichen Hauses, schenkte im Jahre 1121 der Abtei Klosterrathwieder Landbesitz, welcher theilweise an der Steinstrasse(noch jetzt Steinweg genannt) lag und der Kirche von Rich-terich, dessen Pfarrer auch Pfarrer von Laurenzberg war,Zehnten lieferte.
Am 30. November 1112 bestätigt Kaiser Heinrich V.von Worms aus dem Marienstifte zu Achen die von seinemVater gemachte Schenkung des Hofes (curia) mit der Vogteizu Walhorn, unter der Verpflichtung, dem Vater jährlichein Seelenamt abzuhalten und den Brüdern ein Pfund zuihrer Recreation zu zahlen.
Das Marienstift hatte seinen Dechanten Hezilo aus unsunbekannten Gründen vertrieben. Im Jahre 1110 verwendensich die Liitticher Stiftsherren bei dem Probste und denBrüdern der Achener Liebfrauenlärche, dass diese den ver-triebenen wieder aufnehmen sollten. Sie erklären, wenn dieExcommunication eine gerechte gewesen, dann hätte sie demBischöfe von Liittich, von welchem die Achener Pfalz abliange,mitgetheilt werden sollen. (Jaffe, Monum. Bamberg. Num.146, Berlin 1869.)
Als in dem Streite zwischen Heinrich V. und dem PapstePaschal II. im Sommer 1116 eine Annährung zwischen den