110 Heinrich V. Achen von Gottfried von Löwen erobert.
Man setzte die Leiche Anfangs im Liitticher Dome bei,brachte sie aber einige Tage nachher, weil der Kaiser imBann gestorben war, in eine ungeweihete Kapelle, wo einfremder Mönch, welcher von einer Pilgerreise aus Jerusalemzurückgekehrt war, Tag und Nacht Busspsalmen sang. AufBefehl des Königs legte man sie dann in einen steinernenSarg und brachte sie am dritten September nach Speier, wosie fünf Jahre in ungeweiheter Erde ruliete, bis dieselbe nachLösung des Bannes durch Papst Paschal II. am 7. August1111, dem Sterbetage des Kaisers, in Anwesenheit KaisersHeinrich V. und vieler Fürsten unter grossem Gepränge imDom zu Speier beigesetzt wurde.
Achen unter Kaiser Heinrich, V. 1106—1125.
Heinrich von Limburg hatte seine Unterwerfung an dieBedingung geknüpft, dass ihm das Herzogthum Niederloth-ringen belassen werde; da diese nicht gewährt wurde, griffer wieder zu den Waffen. Er unterlag aber und wurde inHaft gebracht. Aus dieser entkam er und warf sich inAchen, dessen Bewohner ihm anhingen. Gottfried, Graf vonLöwen, welchem König Heinrich \. das Herzogthum Nieder-lothringen verliehen hatte, nahm die Stadt im Jahre 1106mit Sturm und behandelte die Bewohner mit grosser Strenge.Dieses Ereigniss setzt voraus, dass Achen auch vor der Er-richtung des Mauerringes unter Friedrich Barbarossa nichtohne Vertheidigungswerke war, weil Heinrich von Limburgschwerlich sich in einen offenen Ort geworfen haben würde.Gottfried behielt das Herzogthum Niederlothringen und Hein-rich verblieb nur die Grafschaft Limburg.
Der König hielt sich in den Jahren 1107 und 1108vorübergehend in der Achener Pfalz auf. Im folgenden Jahrenahm er den Pfalzgrafen Siegfried von Achen, einen treuenAnhänger Heinrichs IY. gefangen und hielt ihn vier Jahrein Haft. 1113 wurde derselbe getödtet. Dem PfalzgrafenEhrenfrid (S. 96.) war 1034 dessen Sohn Otto gefolgt, dem1045, wo er Herzog wurde, der Vetter, Heinrich der Wahn-sinnige von Laach, ein Sohn Hezelins oder Heinrichs, bis1061 in der Pfalzgrafenwürde nachfolgte. Des letzteren Stief-